Was hatte Abdülhamid Sehsuvar eingeworfen? Diese Frage stellte sich nach einem flüchtigen Blick auf das Einschiessen der Birmensdorfer. Der Torhüter hatte im Vergleich zur Vorwoche eine bemerkenswert breite Brust bekommen. 

Ein zweiter Blick löste die Frage auf, und stellte eine weitere: Zwischen den Pfosten stand Michi Angstmann – erstmals in der laufenden Saison. Eine grosse Überraschung – was machte er hier? Angstmann war zwar im vergangenen Sommer nach Birmensdorf gewechselt. Doch nach seiner Quasi-Absetzung in Schlieren – der Aufsteiger holte als Nummer eins Markus Würsten aus Birmensdorf – war er nie im Training.

Ein Training diese Saison

Dann sagte er offen, dass er nicht mehr spielen will, was er unlängst bestätigte, als er sich ein Match von Oetwil-Geroldswil anschaute, wo sein Bruder Stefan spielt.
Nun kam Angstmann auf seinen Entscheid zurück.

Der Grund dafür war die Ferienabsenz von Sehsuvar, respektive die Alternativlosigkeit infolge derer. Er machte das Abschlusstraining am Donnerstag mit und stand gegen Morava im Tor. «Das war eine einmalige Sache!», sagte Angstmann nach der Partie bestimmt.

An der Leistung oder am Resultat konnte es nicht gelegen haben, dass der 30-Jährige nicht mehr einsteigen will. Der Tabellenführer Birmensdorf gewann gegen die Vierten mit 6:0.

Nach einer von beiden Teams fürchterlichen ersten Halbzeit führten die Limmattaler erst mit 1:0 – auch weil Adnan Mustafi eine Riesenchance ausliess.

Mustafi vergibt eine Riesenchance

Mustafi vergibt eine Riesenchance

Petrovics Dreierpack

Nach dem Seitenwechsel fanden sie immer besser ins Spiel und fegten den überforderten Gegner weg. So weit, so normal für die Kinderspiel-reiche Rückrunde der Birmensdorfer. Umso erstaunlicher ist es daher, dass sie bis zur Morava-Partie nie ohne Gegentreffer waren im neuen Jahr. Angstmanns Anteil daran war überschaubar, weil die Serben mehr mit Kritik am Schiedsrichter als mit ihrem Spiel beschäftigt waren.

Doch als es ihn brauchte, war Angstmann auf dem Posten. Darüber hinaus half ihm einmal der Pfosten (40.). Der FCB hatte Glück, dass sein erster Treffer zählte. Torschütze Fanka stand bei der Vorlage von De Castro klar im Abseits (35.). 

Das 1:0 für Birmensdorf von Fanka aus Abseitsposition

Das 1:0 für Birmensdorf von Fanka aus Abseitsposition

An den weiteren Treffern gab es nichts zu deuteln, Aleksandar Petrovic erzielte deren drei und ist mit total 25 in der Limmattaler Torschützenwertung mit der Schlieremerin Sanja Mijovic gleichgezogen.

Petrovics Teamkollege Adnan Mustafi folgt auf Platz 3 mit 22 Toren, er erzielte gegen die Serben den letzten Treffer der Partie. Zwei Runden vor Schluss liegt Birmensdorf weiterhin einen Verlustpunkt vor Verfolger Oetwil-Geroldswil.

Für Trainer Fabio Stiz ist klar, «dass wir beide Spiele gewinnen müssen, um aufzusteigen.» Er wird bekanntlich nach der Saison aufhören und durch Goran Gasic ersetzt. Sportchef Dani Margreth führt gegenwärtig Gespräche mit den Spielern diesem von Stiz zusammengewürfelten Team, um sie vom Bleiben zu überzeugen.

Bei Fuad Munisi beisst er auf Granit, wie dieser nach der Begegnung mit Morava bekanntgab: «Ich bin nur wegen Fabio hier und lege nächste Saison eine Pause ein.» Munisi war einst als Junior schon Spieler unter Stiz.

Seine Offensivpower – gegen Morava an der Entstehung von drei Toren beteiligt – werden sie in Birmensdorf vermissen. Und die weiblichen Fans werden sich gern an den austrainierten Oberkörper erinnern, den Munisi in der Hitze gern zur Schau stellte. Würde er nächste Woche im Tor stehen, könnte man ihn auf den ersten Blick mit Michi Angstmann verwechseln.