Wenig fehlte zum ganz grossen Coup des FC Oetwil-Geroldswil. Doch obwohl am Ende weder der Aufstieg noch der Regionalcupfinal herausschauten, ist die Saison 2014/15 von Trainer Roger Balmer als Erfolg verbucht worden. Um das zu beschreiben, benutzt er eine harmlose Formulierung: «Es war lässig.» Das steht nicht für Understatement, sondern für seine Art, stets nach vorn zu schauen – was war, war.

Am kommenden Sonntag beginnt die neue Saison mit einem unverhofften Pflichtspiel. In erster Ziehung der Paarungen im Regionalcup wurde dem FCOG ein Freilos zuteil. Doch dann erhielt der Verein das Aufgebot für das Cupspiel beim Viertligisten Langnau am Albis.

Ganz der Wettkampftyp, freut sich Balmer über diese Partie: «Es ist gut, wenn es gleich um etwas geht.» In der vergangenen Kampagne waren die Limmattaler das Zürcher Cupteam schlechthin. Auf dem Weg in den Halbfinal schalteten sie gleich drei Zweitligisten aus. Schliesslich waren die Cup-Experten aus Bassersdorf zu stark. Die Vorstellung beim dramatisch zustande gekommenen 2:4 ist als eine der besten in der Vereinsgeschichte in das Gedächtnis eingegangen.

Erste Derbys seit sieben Jahren

Die Erwartungen sind entsprechend gestiegen. Ein Ausscheiden gegen das unterklassige Langnau wäre eine herbe Enttäuschung. Und im Championat? Balmer gibt wie gewohnt kein Rangziel aus, sagt schliesslich aber: «Wir sind in der Favoritenrolle.»

In der Gruppe 2 trifft sein Team ab dem 16. August auf vier neue Kontrahenten: United Zürich II, Horgen II, Kilchberg-Rüschlikon II und – Urdorf. Nach dem Aufstieg von Birmensdorf und dem Abstieg von Engstringen bleibt damit wenigstens ein Limmattaler 3.-Liga-Derby. Weil der FCU vier Saison in der 2. Liga spielte und die letzten zwei Saisons in der Gruppe 1 der 3. Liga, werden diese Teams zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder aufeinandertreffen. In der Saison 2008/09 gewann jeweils das Heimteam.

Damals waren Jonathan Frei und Cristiano Da Silva noch weit vom Aktivfussball entfernt: Die beiden sind vom Nachwuchs ins Fanionteam befördert worden, Frei kam in der vergangenen Spielzeit bereits zu einigen Teileinsätzen.

Trainer Balmer muss hoffen, dass die beiden so einschlagen wie die letzten Zugänge aus den eigenen Reihen. Denn zwei Teamstützen werden nicht respektive selten auf der Werd zu sehen sein: Goalgetter Patrick Pereira ist nach Höngg (2. Liga interregional) gewechselt und Marco Brandenberger fehlt lange wegen der Rekrutenschule. Nicht mehr im Kader sind die Routiniers Severin Schiegg und Marcel Bieri, die zurückgetreten sind.

Brandenberger trifft zum 2:0 für Oetwil-Geroldswil

Brandenberger trifft zum 2:0 für Oetwil-Geroldswil

Offen bleibt die Zukunft von Nico Marti: Der überragende Spieler der vorletzten Saison verpasste die letzte wegen einer hartnäckigen Verletzung. Er laboriert weiterhin daran und bangt gemäss Roger Balmer gar um die Fortsetzung seiner Sportlerlaufbahn.

Brandenberger trifft zum 2:0 für Oetwil-Geroldswil

Saison 2014/15: Brandenberger trifft zum 2:0 für Oetwil-Geroldswil gegen Industrie Turicum