Das hat man lang nicht gesehen: Parkplatzmangel bei einem Fussballspiel in Geroldswil. Über 200 Zuschauer erschienen auf der Werd zum Halbfinal im Regionalcup. Nach der ersten Halbzeit sah es so aus, als ob sie ihnen keinen aufregenden Abend erleben werden.

Zweitligist Bassersdorf ging bereits in der 5. Minute in Führung und erhöhte kurz vor der Pause auf 2:0. Beide Male ging dem Treffer ein Corner voraus, beide Male getreten vom überragenden Severino Zambelli. 

Das 0:2 durch Zihlmann

Das 0:2 durch Zihlmann

Jener hatte wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff das dritte Tor auf dem Fuss, vergab aber schlampig. Diese ausgelassene Möglichkeit war die Initialzündung für Oetwil-Geroldswil, das vor der Pause eine Riesenchance hatte, den Abschluss des starken Marco Brandenberger aber auf der Linie geklärt sah (28.).

Was für eine Rückkehr

Es folgten 30 schlichtweg atemberaubende Minuten der Limmattaler. Sie führten den höherklassigen und körperlich überlegenen Kontrahenten zeitweise vor. Es war, wie wenn ein tapsiger Riese von flinken Zwergen geärgert wurde.

Zunächst ärgerten sich die Bassersdorfer selbst: Metin Aypadin überraschte mit seinem Kopfball den eigenen Torhüter und verkürzte unfreiwillig zum 1:2 (56.).

Eigentor zum 1:2

Eigentor zum 1:2

Dann spielte der starke Daniel Marquart einen herrlichen Pass auf Brandenberger, der das Tor zum 2:2 förmlich erzwang. 

Das 2:2 durch Brandenberger

Das 2:2 durch Brandenberger

Der FCOG war nun völlig entfesselt. In der 76. Minute hätte Brandenberger das 3:2 erzielen müssen, doch er kam einen Tick zu spät nach herrlicher Vorarbeit von Oliveira Coimbra, der Sekunden zuvor eingewechselt worden war. 

Brandenberger verpasst das 3:2

Brandenberger verpasst das 3:2

Das Pech von Wendelspiess

Die Power im Spiel der Limmattaler ging nun etwas verloren, während die ruhig agierenden Bassersdorfer wieder zu Möglichkeiten kamen. Oetwil-Torhüter Simon Wendelspiess parierte einen Schuss stark – wenige Augenblicke später war er die tragische Figur: Ein Ball glitt ihm nach einem Corner aus den Händen, Markus Zihlmann staubte zum 2:3 ab. Zwei Minuten später fiel das 2:4 und damit die Entscheidung.

Am Sonntag im Derby

Nachdem es drei Zweitligisten ausgeschaltet hatte, war beim vierten im Halbfinal Endstation für Oetwil-Geroldswil. An der Begeisterung über diese Wahnsinnssaison tut dies keinen Abbruch. Eine Herausforderung steht schliesslich noch an: Im Aufstiegsrennen ist das Team in Tuchfühlung mit Leader Birmensdorf.

Am Sonntag steht schon das nächste Highlight auf dem Programm: das Derby beim FC Engstringen (10.15 Uhr, Brunewiis). Jener hat am Donnerstag das Nachtragsspiel in der 3. Liga in Altstetten mit 2:4 verloren.