Fussball

Auch im zehnten Anlauf gelingt Engstringen kein Sieg

Der FC Oetwil-Geroldswil feiert wenige Tage nach dem grandiosen Cupspiel mit einer durchschnittlichen Leistung einen 4:1-Sieg im Derby. Damit bleibt das Aufstiegsrennen spannend.

Wer oben steht, hat es leichter. Diese Weisheit mag nicht sehr überraschend oder originell sein, doch sie taugt, um das Derby zwischen Engstringen und Oetwil-Geroldswil zu beschreiben.

Nach dem berauschenden Match drei Tage zuvor im Cup (2:4 gegen Zweitligist Bassersdorf) reichte dem FCOG ein kontrollierter Auftritt, um den Nachbarn trügerisch hoch mit 4:1 zu bezwingen.

Ein Geniestreich von Pereira und ein Elfmetertor durch denselben Akteur sorgten für die 2:0-Pausenführung. Nach der Pause trafen Geiger herrlich nach einem Lauf über die Seite sowie Wettstein in der Nachspielzeit, als der FCE alles nach vorn geworfen hatte. «Heute war nur der Sieg wichtig», wusste Oetwil-Trainer Roger Balmer diesen Erfolg korrekt einzuordnen.

Kaum Selbstvertrauen in Engstringen

Der FCE auf der Gegenseite orientiert sich in dieser fahrigen Saison zwangsläufig nach hinten und lässt entsprechend die Schwerelosigkeit vermissen. Das mangelnde Selbstvertrauen zeigte sich schon früh.

Der unsichere Gästetorhüter Fux dribbelte sich in der 5. Minute um Kopf und Kragen, doch keiner konnte daraus Profit schlagen. In der 45. Minute blieb Baur mit seinem Abschluss am Keeper hängen. «Ich hätte nicht treffen können, sondern müssen. Im Moment stecke ich in einem Tief», sagte der Engstringer Captain nach der Partie selbstkritisch.

Auch sein Sturmpartner Patrick Meier hat die Seuche am Schuh: In der 68. Minute hob er den Ball unbedrängt über den indisponierten Fux hinweg, verfehlte aber das Tor. Als er doch noch traf, war es zu spät für die Aufholjagd (78.).

Trainer Beni Achermann war trotz der Niederlage zufrieden mit dem Auftritt seines Teams. Er hob in seiner Ansprache an die Spieler den Kampfgeist heraus und sprach von einer Reaktion auf die vorangegangen Partie gegen Altstetten, die der FCE nach einer 2:0-Führung mit 2:4 verloren hatte.

Achermann dürfte Trainer bleiben auf der Brunewiis, Vereinspräsident Reto Keller sandte positive Zeichen aus. Die Frage ist allerdings, wie die Equipe aussehen und welche Qualität sie aufweisen wird.

Zwei der Besten – Lukas Baur und Philippe Knecht – werden das Team ebenso verlassen wie Dennis Schweitzer und Sebastian Miele. Ohne ihre Klasse und Erfahrung ist die Ligatauglichkeit der Engstringer infrage gestellt.

Vieles bleibt in Geroldswil

Die Frage nach der Ligatauglichkeit stellt sich auch beim FC Oetwil-Geroldswil – allerdings in einem positiven Zusammenhang. Sollte das Team noch an Birmensdorf vorbeiziehen und aufsteigen, würde es eine Klasse höher deutlich härter werden.

So oder so setzt der Verein wie gewohnt auf Kontinuität. Gemäss Trainer Balmer bleiben bis auf Marcel Bieri (tritt nach mehreren Verletzungen zurück) alle Spieler dabei. Der talentierte Pereira würde nur gehen, wenn der FCZ ihn wieder im Nachwuchs aufnehmen würde.

Dem FC Engstringen wäre es aus sportlicher Sicht wohl ganz recht, wenn der Lokalrivale nächste Saison nicht mehr unter den Gegnern auftaucht: Von den zehn Derbys seit seinem Wiederaufstieg 2010 hat der FCE kein einziges gewonnen.

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