Wir treffen Claudia Perazza-Alemanni in der Boutique «Petit Filou» in Bergdietikon, wo sie jeden Freitagmorgen attraktive Dinge verkauft oder Café ausschenkt. Ursprünglich stammt sie aus dem Bezirkshauptort. Hier wuchs sie zusammen mit ihren Brüdern Diego und Pietro zuerst an der Buchsacker- und später an der Haslernstrasse auf.

Als sie sechs Jahre alt war, ging sie in den Dance Shop von Penny Pelger, wo sie 11 Jahre lang Ballettunterricht nahm. Daneben engagierte sie sich als Ministrantin in der St.-Agatha-Kirche bei Don Lucio und später Don Marek und spielte in der Stadtjugendmusik Querflöte. Auch war sie Mitglied der ersten Sternsinger-Gruppe der Dreikönigsgesellschaft, die von ihrer Gotte Marlies Fürst gegründet worden war und sich «Kinder helfen Kindern» auf die Fahne geschrieben hatte. «Wir haben für Pater Reginald gesammelt, welcher sich damals um Wohl und Ausbildung von Favela-Strassenkindern in São Paulo kümmerte», erzählt Perazza-Alemanni.

Vor ihrem letzten Flug als Flight Attendant bei der Swissair, wo sie von 1995 bis 1997 angestellt war, besuchte sie Pater Reginald und dokumentierte alles mit Fotos. Eine schwere Krankheit zwang ihn später, nach Zürich zurückzukehren. «Pater Reginald hat übrigens mich und meinen Mann Sandro im Mai 2005 im Kloster Fahr getraut», sagt Perazza-Alemanni.

Nach der Sekundarschule absolvierte die engagierte Frau eine KV-Lehre bei der Firma Pestalozzi in Dietikon. Dem gelungenen KV-Abschluss folgten ein dreimonatiger England-Aufenthalt und anschliessend eine Anstellung bei der Firma Sipro-Stahl in Geroldswil.

Mit ihrer Familie verbrachte sie jeden Sommer Urlaub bei ihren Grosseltern im süditalienischen Apulien, genauer in Corigliano d’Otranto, im Herzen vom Salento. «Nonno Antonio war jeden Sonntag bei uns zu Tisch und wir Kinder durften jeweils ein Stück Pfirsich in sein Weinglas tauchen. Die enge Beziehung zu Apulien führte mich später zu den Wurzeln meiner Familie zurück», sagt Perazza-Alemanni.

Mehr Zeit für die Tochter

Von 1997 bis 2008 folgten Weiterbildungen als Marketingplaner sowie Verkaufs- und Mitarbeiterführung. Daraus resultierte eine Anstellung im mittleren Kader bei der Firma Sipro, wo die 42-Jährige bis zur Geburt ihres ersten Kindes im 100-Prozent-Pensum tätig war. Um mehr Zeit mit Töchterchen Giulia verbringen zu können, reduzierte die junge Mutter ihr Arbeitspensum im 2010 auf 40 Prozent. «Nach 25 Jahren Stahlhandel entschloss ich mich im April dieses Jahres, den Job an den Nagel zu hängen und neue Wege zu gehen», sagt Perazza-Alemanni. Sie kreierte die Websites deinolivenoel.ch und tenutacanei.ch und bewarb sich über Eduala, einer Initative der Hochschule für Wirtschaft in Zürich für Geschäftsideen, für das Projekt «Dein eigenes Olivenöl», das schliesslich auch zustande kam.

«Alles basiert auf der Grundidee,
25 Olivenbäume vom elterlichen Olivenhain an Paten zu verpachten, was jährlich 100 Franken kostet und im Gegenzug fünf Liter bestes, kalt gepresstes Olivenöl einbringt», erklärt sie. Die Paten werden laufend über den Zustand ihres Baumes orientiert und über aktuelle Aktivitäten informiert. Neben Olivenöl importiert sie weitere Spezialitäten wie Wein, Teigwaren oder Gebäck. «Man kann auch alles in einem Geschenkkorb kombinieren und damit viel Freude bereiten sowie die Werte und Tradition der Region Apulien weitervermitteln», sagt Claudia Perazza-Alemanni.