Wir treffen Patrick Stäuble im Shoppi Tivoli, wo einen alles auf die Advents-und Weihnachtszeit einstimmt. Stäuble leitet seit vier Jahren das grösste Einkaufscenter der Schweiz. Der gebürtige Aargauer wuchs in Sulz auf und ging dort auch zur Schule. Eine Verkaufslehre hatte er zwar ursprünglich nicht im Sinn, doch durch seinen Ferienjob bei Coop in Laufenburg machte er positive Erfahrungen in diesem Beruf. «Ich jobbte einige Wochen dort und konnte schnell Verantwortung übernehmen, was mir gut gefiel.»

Nach seiner Ausbildung wurde er stellvertretender Geschäftsführer in Rheinfelden. In diesen Jahren konnte er viel dazulernen und sich intern weiterbilden. Mit 25 Jahren konnte er bereits seine erste Coop-Filiale mit zirka 12 Millionen Umsatz übernehmen. Danach folgten im Drei-Jahres-Rhythmus immer grösser werdende Verkaufsstellen, bis er schliesslich sogar ein Super Center leitete.

Nebenberuflich machte der 46-Jährige sein Diplom als Eidgenössischer Kaufmann. Fast automatisch ging es auf der Karriereleiter stetig aufwärts bis zum Verkaufsleiter Nordwestschweiz. Nachdem er drei Jahre lang 14 Filialen leiten durfte, wechselte er in den Lampenfachhandel, wo er schweizweite Verantwortung übernahm. Stäuble: «Verkaufen, etwas ausbauen, organisieren und Erfolg haben waren mir immer sehr wichtig. Verkaufen habe ich sicher im Blut, aber auch der Umgang mit Menschen liegt mir sehr. Man muss Menschen lieben, damit man im Verkauf gut ist».

Angefragt für Traumjob

Einige Jahre später ging der gebürtige Aargauer zu Valora und übernahm die Business Unit Kiosk mit 1000 Standorten und 5000 Mitarbeitern. Vor gut vier Jahren fragte ihn ein Headhunter, ob er nicht Lust hätte, Chef vom Shoppi Tivoli zu werden . «Eigentlich musste ich nicht gross überlegen, denn ich kenne das Haus von Kindesbeinen an und war schon immer von so viel Detailhandel unter einem Dach begeistert», sagt Stäuble. «Den grössten ‹Verkäuferliladen› der Schweiz zu leiten und wieder auf Erfolgskurs zu bringen, ist eine grosse Herausforderung. Ein kleines KMU mit 60 Mitarbeitern zu führen und ausserdem noch ein grosses Haus zu entwickeln, das ist doch ein toller Job!»

Stäuble zeichnet für Strategie, Vermietung und Marketing direkt verantwortlich – die wichtigsten Eckpfeiler für ein gutes Funktionieren des Einkaufcenters. Neben diesen Hauptaufgaben unterstehen ihm diverse andere Abteilungen, die den Betrieb des Centers sicherstellen. Dazu kommen etwa das 800m2 grosses Kinderparadies, die Kundeninformation sowie eine Hotline, bei der alle Fäden zusammenlaufen.

«Wie eine Stadt»

«Mein tolles 60-köpfiges Team und ich geben miteinander Vollgas für den Erfolg vom Shoppi Tivoli», sagt der Vater zweier Kinder. Von Montag bis Freitag kommen täglich zirka 12 000 Kundinnen und Kunden. Stäuble: «Wochentags ist das Einkaufen am schönsten, weil man Platz hat. Aber auch der Samstag hat mit über 37 000 Besuchern durchaus seinen Reiz. Sitzen Sie mal in eines der Kaffees oder Restaurants und beobachten die Leute. Das ist total spannend. Ich sage immer, hätten wir noch Kirchen und Schulen, wären wie eine grosse Stadt».

Genau wie einem Stadtpräsidenten geht auch Patrick Stäuble die Arbeit niemals aus. Es gibt immer etwas zu tun und insbesondere etwas zu verbessen. Bis Ende 2016 warten gleich mehrere interessante Projekte in der Pipeline, die er gerne realisieren möchte.