Wir treffen den 18-Jährigen auf dem Zentrumsplatz in Geroldswil, wo er mit zwei Kollegen auf der Steinbank sitzt. Rundum rumoren Handwerker und man kann sein eigenes Wort kaum verstehen. Für unser Gespräch suchen wir nach einem ruhigeren Plätzchen.

Patrick Pereira da Costa ist in Geroldswil aufgewachsen und bis zur Oberstufe in die Schule gegangen. Nach Abschluss der Sekundarschule in Weiningen entschloss er sich 2013 für eine KV-Lehre in der Immobilien-Treuhandbranche.

In den ersten zwei Jahren seiner Ausbildung durfte er verschiedene Abteilungen durchlaufen wie Buchhaltung, Sekretariat, Inkasso oder Vermietungen. Bisher ist er an anderthalb Tagen pro Woche in die Berufsschule gegangen und hat zwischen zwei bis drei Stunden Zeit in seine Hausaufgaben investiert. Im soeben angebrochenen dritten Lehrjahr muss er nur noch montags zur Schule gehen.

Patrick Pereira da Costa ist ein Familienmensch und erklärt: «Früher war ich mit meinen Eltern und meiner Schwester am Wochenende oft unterwegs. Wir haben viele Schweizer Städte besucht und schöne Landschaften bereist. Seitdem meine Schwester geheiratet hat und ausgezogen ist, fahren wir jedoch nur noch selten zusammen weg. Zudem bin ich ja auch oft in Sachen Fussball unterwegs».

Vor vier Monaten ist der dunkelhaarige junge Mann stolzer Götti einer Nichte namens Kyara geworden, dem ersten Kind seiner sieben Jahre älteren Schwester Ana. «Die Kleine wird im September getauft und ist einfach mega herzig. So oft es geht, bin ich bei ihr. Ich bin richtiggehend in sie verliebt», sagt der 18-Jährige.

Zeitaufwendigstes Hobby jedoch ist das Fussballspielen. Dreimal in der Woche wird trainiert und samstags gespielt. Patrick Pereira da Costa spielt seit kurzem als Mittelfeldspieler für den SV Höngg (2. Liga Interregional) und hat schon drei Tore geschossen, worüber er sich mächtig freut. Nach einer weiteren Steigerung könnte er sich einen Wechsel zu GC gut vorstellen. Pereira da Costa: «Ich träume davon, Fussball-Profi zu werden und zunächst bei Schweizer Clubs mein Geld zu verdienen. Später möchte ich dann ins Ausland, der Karriere wegen natürlich am liebsten nach England. Aber ich könnte mir auch vorstellen, nach Asien zu gehen, vorzugsweise nach Thailand. Da wird nämlich auch Fussball gespielt, was man hierzulande gar nicht wahrnimmt. Mich würde es reizen, in Asien zu leben. Und wenn ich meinen Lebensunterhalt mit Tschutten verdienen kann, hätte ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.»

«Zweimal treffe ich Tatjana»

Wenn er Zeit hat, besucht der 18-Jährige freitags den Gottesdienst einer Freikirche im Dietiker Silbern-Quartier. «Ich gehe dorthin, weil ich gläubig bin und ich mich nach dem Gottesdienst viel besser fühle. Das Gebet und die Nähe zu Gott tun mir gut und helfen, mein Inneres zu zentrieren. Ich lese auch in der Bibel, was mir ebenfalls viel bringt», erklärt Patrick Pereira da Costa.

Man kann sich kaum vorstellen, dass noch mehr Dinge oder Personen in diesem vollen Freizeitprogramm Platz finden, vor allem keine feste Beziehung. Aber auch das kriegt der 18-Jährige hin und erklärt: «Mit meiner Freundin Tatjana treffe ich mich zweimal pro Woche. So viel Zeit muss sein. Dass sie in Bülach wohnt, macht die Sache jedoch nicht einfacher».