Geschwisterpaar

Frano Mlinar: «Dank meiner Schwester ist das Heimweh nicht allzu gross»

Lucija und Frano Mlinar (mit ihren jeweiligen Arbeitsgeräten in der Basler Innenstadt) sehen sich beinahe täglich.

Lucija und Frano Mlinar (mit ihren jeweiligen Arbeitsgeräten in der Basler Innenstadt) sehen sich beinahe täglich.

Die Geschwister Frano (FC Aarau) und Lucija Mlinar (Sm'Aesch Pfeffingen) verdienen ihr Geld in der Schweiz im Profisport. Dass sie beide an derselben Destination gelandet sind, verdanken sie einem glücklichen Zufall.

Es sind kalte Wochen, die uns der Winter derzeit beschert. Zu spüren bekommen das auch der FC-Aarau-Profi Frano Mlinar und seine Schwester Lucija, die derzeit bei den Baselbieter NLA-Volleyballerinnen Sm'Aesch Pfeffingen unter Vertrag steht. Beide sind im Spätsommer vergangenen Jahres in die Schweiz gezogen und erleben den kältesten Winter ihres Lebens.

Dabei ist die Geschichte der Mlinar-Geschwister durchaus herzerwärmend. Im Juli 2013 trennten sich ihre Wege erstmals, als Frano seine kroatische Heimat verliess, um sein Glück in der italienischen Serie A bei Udinese Calcio zu versuchen. Dass sie nur ein Jahr später wieder so nah beieinander wohnen, haben sie nicht zu träumen gewagt. «Es war immer mein Traum, im Ausland professionell Volleyball spielen zu können», so Lucija.

Deshalb zögerte die 19-Jährige keine Sekunde, als sie von Köniz zum Probetraining eingeladen wurde. «Da ich dort aber wohl nicht regelmässig zum Einsatz gekommen wäre, entschied ich mich im September für einen Wechsel zu Sm’Aesch.» Unabhängig davon, aber zur ähnlichen Zeit, einigten sich Udinese und der FC Aarau über eine einjährige Ausleihe des 22-jährigen Talents Frano Mlinar.

Franos Rückkehr nach Italien

Weil beiden ein kurzer Anfahrtsweg zum Trainingsplatz sehr wichtig ist, wohnen die Geschwister rund 30 Autominuten voneinander entfernt, sehen sich aber beinahe täglich und besuchen gegenseitig ihre Spiele, sofern es die Zeit zulässt. «Es ist ein schöner Zufall, dass auch Lucija in die Schweiz gezogen ist. So ist das Heimweh nicht allzu gross, und wir können uns gegenseitig unterstützen», sagt der defensive Mittelfeldspieler, im Wissen, dass diese gemeinsame Zeit bald vorbei ist.

Lucijas Vertrag läuft noch bis April, ob sie dem Verein eine weitere Saison erhalten bleibt, ist noch ungewiss. Sicher ist jedoch, dass Frano im Sommer nach Italien zurückkehren wird. Er blickt der bevorstehenden Trennung ohne Wehmut entgegen: «Wir kennen diese Situation ja bereits, ausserdem wussten wir, dass wir nicht immer das Glück haben werden, im selben Land zu spielen.»

Eine Aussage, die spätestens beim Blick auf die Karriereziele untermauert wird: Während der Fussballer einmal in der Bundesliga kicken will («Dort sind die Plätze immer schön, die Stadien voll und die Matches attraktiv»), träumt Lucija von einem Engagement in der türkischen Liga: «Schliesslich ist sie, neben der russischen, die beste Volleyball-Liga der Welt.»

Unterschiedliche Blickrichtungen

Bevor diese Träume verwirklicht werden können, steht für beide das Tagesgeschäft an. Der Blick von Frano wird ernster, wenn er von drei «kapitalen Matches» zum Rückrundenstart spricht. In der Tat treffen die Aarauer nach dem 1:1 vom Sonntag in Thun gleich noch auf die direkten Abstiegskonkurrenten Vaduz und Luzern.

Lucija ihrerseits peilt in der bevorstehenden Finalrunde mit ihren Teamkolleginnen eine Top-4-Platzierung an, was das beste Resultat der Vereinsgeschichte wäre: «Natürlich wäre der Meistertitel auch schön, aber Volero Zürich ist für den Rest der Liga wohl eine Nummer zu gross.» Das musste Sm'Aesch am Sonntag am eigenen Leib erfahren (0:3-Niederlage).

Es kommen also Wochen auf das Geschwisterduo zu, wo die gegenseitige Unterstützung Gold wert sein kann.

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