FC Aarau

Dank Goalie Deana weg vom Tabellenende – 0:0 in Neuenburg

Souveräne Leistung im Tor des FC Aarau: Steven Deana

Souveräne Leistung im Tor des FC Aarau: Steven Deana

Der FC Aarau bleibt im Jahr 2016 ungeschlagen und verlässt dank eines 0:0-Unentschieden den Abstiegsplatz. Im Montagabendspiel gegen Xamax müssen sich die Aarauer bei ihrem Goalie Steven Deana bedanken, der den Punkt mit zahlreichen Paraden festhält.

Steven Deana krallt sich den Ball und sinkt gleich darauf zu Boden. Der Torhüter des FC Aarau hat unmittelbar zuvor einen gegnerischen Ellenbogen an die Schulter gekriegt und muss sich pflegen lassen. Ersatztorhüter Lars Hunn streift sich sicherheitshalber schon einmal das Einlauf-Leibchen über und wärmt sich auf. Nach kurzer Pflege geht es aber für Deana weiter. Der 25-jährige Zürcher steht beim 0:0 auswärts bei Xamax als Vertreter des verletzten Francesco Russo im Tor.

Neuchatel Xamax FCS - FC Aarau: Interviews mit Torhüter Steven Deana sowie Cheftrainer Marco Schällibaum

Neuchatel Xamax FCS - FC Aarau: Interviews mit Torhüter Steven Deana sowie Cheftrainer Marco Schällibaum

Und wie er das macht. Die Feldspieler des FCA können sich nach dem Schlusspfiff bei Deana bedanken, dass sie vor den 2261 Zuschauern einen Punkt aus der Neuenburger Maladière entführen können. Alleine in der ersten Halbzeit rettet der Goalie seine Farben gleich drei Mal mirakulös vor einem Gegentreffer. Das erste Mal nach 73 Sekunden, als sich die Xamax-Offensive mit zwei Abschlüssen von Chadrac Akolo und dem von den Young Boys ausgeliehenen Samuel Afum ein erstes Mal deutlich bemerkbar macht. Doch Deana lässt sich ganz im Gegensatz zu seinen in den ersten 45 Minuten zu weit von den Gegenspielern stehenden Verteidiger nicht überwinden.

Paraden im Minutentakt

In der 31. Minute kommt es nach einem Eckball der Neuenburger zu einem Durcheinander im Fünfmeterraum. Deana, der sich des Balls aufgrund der vielen Spieler in seinem Fünfmeterraum in einem ersten Anlauf nicht bemächtigen kann, gewinnt dann aber doch die Überhand und holt sich das Spielgerät. Nur drei Minuten später folgt sein grösster Auftritt in dieser Partie – auch wenn er dafür erst etwas Glück benötigte: Deana unterschätzt einen Freistoss von Max Veloso aus gut 30 Metern etwas, der Ball klatscht an die Latte. Danach ist im FCA-Strafraum die Hölle los: Zuerst schliesst Mustafa Sejmenovic aus kurzer Distanz ab. Deana pariert. Den Abpraller übernimmt der aufgerückte Xamax-Verteidiger Kiliann Witschi, dessen Schuss aus nächster Nähe Deana mit der Brust abwehren kann.

Obige Schilderung enthält nur drei der gestrigen Heldentaten des FCA-Torhüters – auch in der zweiten Halbzeit liess er sich trotz vieler Xamax-Chancen nicht mehr überwinden. Obwohl er aus Aarauer Sicht ganz klar der Mann des Spiels war, will sich Deana nach dem Schlusspfiff auf keinen Fall in den Vordergrund spielen: «Das ist mein Job. Der Goalie ist dafür da, auch einmal einen Ball für das Team rauszuholen», sagt er und fügt an: «Wir kamen hier her, um drei Punkte zu holen. Nun müssen wir aber sicher mit diesem einen Punkt zufrieden sein.» Lob erhält Deana auch von Trainer Marco Schällibaum: «Er hat uns mit mehreren ‹big Saves› im Spiel gehalten. Das war sehr wichtig», sagt er.

Schällibaum ist nicht unglücklich

Dass sich Deana so häufig auszeichnen konnte, ja musste, lag in erster Linie daran, dass seine Vorderleute oftmals zu weit weg von ihren Gegenspielern standen. Vor allem in der ersten Halbzeit war das augenfällig. Das sieht auch Schällibaum so: «Ich bin in der Pause etwas lauter geworden, als gewohnt. Die erste Halbzeit hat mir gar nicht gefallen, da haben wir keine Linie gefunden, waren zu weit weg von den Leuten. In der zweiten Halbzeit passte mir das etwas besser», sagt der 53-Jährige. «Alles in allem bin ich sicher nicht unglücklich mit diesem Punkt. Man muss auch sehen, dass es nicht einfach war. Xamax hat ein gutes Team. Wenigstens haben wir jetzt in den letzten Partien gezeigt, dass wir auch Wege finden können, in schwierigen Situationen zu punkten.»

Dass die FCA-Offensive in der Nachbetrachtung der gestrigen Partie kaum eine Rolle spielt, liegt daran, dass sie kaum zur Entfaltung kam. Carlinhos mit einem flachen Freistoss (15.), Patrick Rossini mit einem Schuss aus spitzem Winkel an den Aussenpfosten (28.), Ridge Mobulu mit einem Distanzversuch (38.), der knapp am Tor vorbeirauschte, und erneut Rossini nach einer Flanke (62.) von Miguel Peralta vergaben die einzig wirklich nennenswerten FCA-Gelegenheiten.

Mit dem 0:0 in Neuenburg bleibt der FCA auch nach drei gespielten Partien in der Rückrunde ungeschlagen. Und: Die rote Laterne ist wieder weg. Weil nämlich die punktgleichen Le Mont (9.) und Schaffhausen (10.) ein schlechteres Torverhältnis aufweisen als der Super-League-Absteiger, verbesserte sich der FCA auf den achten Platz in der Challenge-League-Tabelle.

Lesen Sie den Match im Liveticker nach:

Der Liveticker zur Partie Xamax Neuchâtel - FC Aarau von Patrick Haller

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