Rudolfstetten-Friedlisberg

Neue Fenster und Flüsterbelag: Gemeinde wird gegen Strassenlärm gerüstet

Reduziert den Strassenlärm: Flüsterbelag auf der Bernstrasse in Rudolfstetten.

Reduziert den Strassenlärm: Flüsterbelag auf der Bernstrasse in Rudolfstetten.

Der Strassenlärm übersteigt für 530 Anwohner in Rudolfstetten-Friedlisberg den Grenzwert. Nun wird nachgebessert.

Mit Strassenverkehrslärm (kurz Strassenlärm) werden die gesamten auf den Strassen erzeugten Lärmemissionen umschrieben. Dazu sind vor allem die von Personen- und Lastwagen sowie motorisierten Zweirädern und Trams/Zügen erzeugten Geräusche zu zählen. Mit dem Strassenlärm steht oder fällt die Wohnqualität in Liegenschaften in Strassennähe.

60 Häuser über dem Grenzwert

Davon können rund 530 von Grenzwertüberschreitungen betroffene Anwohnerinnen und Anwohner an den Kantonsstrassen K 127 (Bernstrasse), K 411 (Bellikonerstrasse) und K 412 (Züribieterstrasse) in Rudolfstetten-Friedlisberg ein Lied singen. Denn 60 Liegenschaften und 9 unüberbaute Parzellen befinden sich über dem Immissionsgrenzwert. Nun wird nachgebessert in Form eines Strassenverkehrslärm-Nachsanierungsprojekts, welches noch bis 3. Juli im Gemeindehaus öffentlich zur Einsichtnahme aufliegt.

Vorgesehen ist der Einbau (beziehungsweise die Rückerstattung der Ersatzmassnahmen) von Schallschutzfenstern und Schalldämmlüftern. Ausserdem werden Erleichterungen gewährt, wo Massnahmen nicht möglich sind. Das heisst, für jene Liegenschaften und Parzellen, die auch mit den vorgesehenen Sanierungsmassnahmen über dem Immissionsgrenzwert bleiben, können Erleichterungen bewilligt werden, sofern die Sanierung unverhältnismässig ist oder überwiegende Interessen der Sanierung entgegenstehen.

Das seit 1985 geltende Umweltschutzgesetz und die Lärmschutzverordnung des Bundes von 1987 gebieten die Sanierung von Strassen, die wesentlich zur Überschreitung der Immissionsgrenzwerte beitragen. Bei den erwähnten Kantonsstrassen in Rudolfstetten handelt es sich um solche sanierungsbedürftige Abschnitte. So wurden 2002 ein Teilsanierungsprojekt, 2004 ein akustisches Projekt und im Jahr 2007 ein Sanierungsprojekt erarbeitet.

Die im Sanierungsprojekt vorgeschlagenen Massnahmen wurden 2010/2011 mit dem Einbau von Schallschutzfenstern und 2012 mit der Errichtung von Lärmschutzwänden umgesetzt. Zudem wurden an der aktuell von 12 000 Fahrzeugen pro Tag befahrenen Bernstrasse (K 127), die durch das Dorf führt, im Bereich der Einmündungen Kreuzacker und Grossmattrain zwei Einfahrtbremsen realisiert. Damit werden die Verkehrsteilnehmer optisch dazu veranlasst, ihr Tempo zu mässigen, denn eine Grobprüfung ergab, dass auf dieser Hauptstrasse eine Signalisation von Tempo 30 nicht möglich ist.

Neuen Belag eingebaut

Eine weitere Massnahme zur Reduzierung des Strassenlärms war der Einbau von geräuscharmen Belagstypen auf den dafür geeigneten Abschnitten. Der Schalldruckpegel konnte dadurch um mindestens 1 Dezibel (dB) reduziert werden. Mehr noch: Flüsterbelag heisst das Zauberwort. Auf der sehr stark befahrenen Bernstrasse wurde im Rahmen eines Pilotprojekts ein Belag der neusten Generation vom Typ SDA 4 eingebaut mit einem Kennwert von minus 3 Dezibel.

Die im Rahmen der Nachsanierung vorgesehenen Massnahmen wurden diese Woche der Bevölkerung von Vertretern des Kantons an einer Informationsveranstaltung präsentiert.

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