Ein 37-jähriger Deutscher und ein 27-jähriger Italiener provozierten einander so sehr, dass sie ihre Autos mitten im dichten Verkehr auf der Autobahn parkierten und aufeinander losgingen. Der Vorfall ereignete sich gemäss Polizeiangaben am Montag um 16.15 Uhr auf der Autobahn A1 in Fahrtrichtung Bern auf Höhe von Muhen AG. Nach Erkenntnissen der Kantonspolizei Aargau hatte ein Fahrmanöver zu gegenseitigen Provokationen mit Lichthupe, Rechtsüberholen und Drängeln geführt.

Kurz vor dem Anschluss Aarau-West bremste der Deutsche trotz freier Fahrbahn seinen Audi bis zum Stillstand ab und zwang dadurch den Italiener zum Anhalten. Ungeachtet des dichten Verkehrs, der nun ebenfalls ins Stocken geriet, stieg der Deutsche aus und ging zum Auto seines Kontrahenten.

Dessen Lenker verliess sein Fahrzeug ebenfalls. In der Folge entbrannte ein Streit, in dessen Verlauf der Italiener eingeschüchtert zurück in seinen Fiat flüchtete. Um zu entkommen, drängte er sich durch die Lücke zwischen dem Auto des Deutschen und einem Mannschaftstransporter der Armee, der auf dem Normalstreifen stand. 

Verkehr kommt vollständig zum Erliegen

Dabei wurde sein Auto und das Militärfahrzeug beschädigt. Der Italiener hielt weiter vorne auf dem Pannenstreifen an und wartete auf die Polizei, die inzwischen durch einen anderen Automobilisten verständigt worden war. Der Deutsche fuhr davon und meldete sich später bei der Polizei.

Die Kantonspolizei Aargau verzeigte beide Autolenker wegen verschiedener grober Verkehrsdelikte und nahm ihnen den Führerausweis zu Handen des Strassenverkehrsamtes ab. Durch das gemäss der Kantonspolizei «unüberlegte, verbotene und überdies riskante Verhalten» der beiden Lenker kam der Verkehr in Richtung Bern vollständig zum Erliegen. Zur gleichen Zeit staute sich der Verkehr auf der Gegenfahrbahn wegen eines Fahrzeugbrandes bei Oberentfelden AG über mehrere Kilometer. 

Zeugenaufruf

Die mobile Polizei in Schafisheim sucht weitere Zeugen, die den Vorfall, die vorgängigen Provokationen, oder davor die beiden Fahrzeuge beobachtet haben. Augenzeugen sollen sich bitte über die Telefonnummer 062 886 88 88 melden. (sda/cez) 

Die Polizeibilder vom Februar 2019