Winterthur

Sadist bietet Frau und Tochter zur Schlachtung an

Das Bezirksgericht Winterthur verhandelt einen Fall aus der Sado-Maso-Szene (Archiv)

Das Bezirksgericht Winterthur verhandelt einen Fall aus der Sado-Maso-Szene (Archiv)

Ein sadistisch veranlagter Verwaltungsangestellter aus Winterthur hat im Internet eine ihm bekannte Mutter und deren 12-jährige Tochter zur Schlachtung angeboten. Am Mittwoch musste sich der 53-Jährige vor dem Bezirksgericht Winterthur verantworten.

Vor Gericht stellte er alles als «Jux» dar. Er habe nicht beabsichtigt, jemanden töten zu lassen, sagte der Schweizer während der Verhandlung. Sehr lustig dürfte die Betroffene den «Jux» allerdings nicht gefunden haben. In einem Sado-Maso-Forum hatte der Beschuldigte im August 2010 ein Inserat aufgeschaltet, verfasst im Namen der damals 27-jährigen Frau.

Sie sei Masochistin und suche für sich und ihre Tochter einen strengen Herren, der sie malträtiere. Willensbrechung sei erwünscht. Zudem sei sie daran interessiert, geschlachtet und am Spiess gebraten zu werden.

39 Interessenten meldeten sich

Das Inserat wurde gelesen: In den Wochen darauf meldeten sich 39 Personen, die Interesse daran zeigten, die Entführung, Folter und Tötung von Mutter und Tochter zu verwirklichen.

Weil der Beschuldigte die echte Adresse der Frau ins Inserat geschrieben hatte, erhielt sie in einem Fall auch nächtlichen Besuch, der sie mitnehmen wollte. Der Besuch blieb aber ohne Folgen, da sie dem Interessenten die Tür vor der Nase zuschlagen konnte. Im Oktober 2010 wurde der Inserate-Verfasser verhaftet.

Während der Ermittlungen legte er zunächst ein Geständnis ab. Er habe seinem Freund, einem Polizisten, helfen wollen, dessen Noch- Ehefrau loszuwerden. Die beiden hätten in einer Kampfscheidung gesteckt. Damit sie verschwinde, habe er ohne Wissen seines Freundes das Inserat aufgeschaltet.

Aber auch seine eigene Vergangenheit führte er als Auslöser für die Aktion an. Die Frau habe ihn an seine eigene, sadistische Mutter erinnert, die ihn sexuell missbraucht habe.

Für den Staatsanwalt «ein klassischer Psychopath»

Die Staatsanwaltschaft forderte wegen Vorbereitungshandlungen zu Mord eine hohe Freiheitsstrafe von 17 Jahren. Der Beschuldigte habe die Opfer der ganzen Welt als Freiwild präsentiert, sagte er und bezeichnete den Beschuldigten als «klassischen Psychopathen».

Der Staatsanwalt verwies auch auf die kriminelle Vergangenheit des Mannes. Dieser hatte 1988 im Kanton Bern eine junge Archäologin erschossen und wurde dafür zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Sein Anwalt argumentierte, das Inserat sei nicht ernst gemeint gewesen. Das einzige, wofür sein Mandant schuldig gesprochen werden könnte, sei harte Pornographie. Der Beschuldigte hatte über 8000 Bilder von sado-masochistischen Praktiken auf seinen Computer heruntergeladen. Dafür sei eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten angemessen. Das Urteil wird am Freitagnachmittag eröffnet. (sda)

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