Unfall
Horror-Crash in Würenlos: Unfallverursacherin hat nur abgelaufenen Lernfahrausweis

Die mutmassliche Unfallverursacherin ist inzwischen ausser Lebensgefahr. Beim schweren Unfall vom Donnerstagabend beim Würenloser «Fressbalken» wurden insgesamt sieben Menschen verletzt, darunter auch zwei Kinder im Alter von 3 und 4 Jahren. Die 25-jährige Unfallverursacherin war mit einem abgelaufenen Lernfahrausweis unterwegs.

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Unfall bei Würenloser Raststätte

Unfall bei Würenloser Raststätte

Ausgelöst hat den Unfall eine 25-jährige Lenkerin eines Peugeot. Wie die Kantonspolizei bei der Tatbestandaufnahme feststellte, besitzt die junge Lenkerin keinen gültigen Fahrausweis. Sie hat lediglich einen Lernfahrausweis, dieser ist aber nicht mehr gültig, da abgelaufen. Noch konnte die mutmassliche Unfallverursacherin nicht befragt werden, das sie beim Crash schwer verletzt wurde.

Lenkerin wollte noch kurz zum «Fressbalken»

Informationen zu möglichen Konsequenzen

In der Schweiz ist es üblich, dass nach einem Verstoss gegen die Strassenverkehrsordnung zwei Verfahren ausgelöst werden. Einerseits ein strafrechtliches Verfahren und andererseits ein administratives.

Für das administrative Verfahren ist das Strassenverkehrsamt, Sektion Massnahmen zuständig. Matthias Obrecht, Leiter Fahreignung und Sicherungsentzüge sagt: «Fahren mit abgelaufenem Lernfahrausweis wird gleichbehandelt wie Fahren ohne Führerausweis.» Als Konsequenz kommt es zur Verweigerung des erneuten Ausstellens eines Lernfahrausweises. In leichten Fällen dauert diese Verweigerung mindestens sechs Monate. In schweren Fällen unbestimmte Zeit.

Obrecht weiter: «Eine erneute Erteilung eines Lernfahrausweises nach unbestimmter Verweigerung wird oft von einem positiv lautenden verkehrspsychologischen oder psychiatrischen Gutachtens abhängig gemacht.»

Auf der strafrechtlichen Ebene wird das Bezirksamt Baden über das Strafmass entscheiden. Alle Geschädigten haben während dreier Monate seit dem Unfall Zeit, Anzeige wegen leichter Körperverletzung einzureichen. Wurde beim Unfall jemand schwer verletzt, wird der oder die Beschuldigte strafrechtlich verfolgt.

In Strassenverkehrssituationen wird in den meisten Fällen von fahrlässiger Körperverletzung ausgegangen, da der Täter meist nicht absichtlich gehandelt hat. Das Strafmass betrifft in diesem Fall Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

Im vorliegenden Fall sind aber alle Abklärungen noch Sache der laufenden Ermittlungen. (skh)

Es kam zu einer Streifkollision, in deren Verlauf der Peugeot mit einer solchen Wucht auf den Verkehrsteiler bei der Raststätten-Einfahrt prallte, dass der Motor aus der Karrosserie gerissen und auf die Autobahn geschleudert wurde.

Hinter den beiden direkt involvierten Fahrzeugen kollidierten in der Folge noch drei weitere Autos leicht. Die am Unfall beteiligten Fahrzeuge waren mit insgesamt elf Personen besetzt, davon waren drei Kinder. Zwei dieser Kinder wurden leicht verletzt, ebenso drei erwachsene Personen. Zwei weitere Unfallbeteiligte erlitten schwere Verletzungen, eine Frau schwebt gar in Lebensgefahr.

Autobahn war für Stunden gesperrt

Als die Rettungskräfte auf der Unfallstelle eintrafen, waren die beiden Insassen des Peugeot eingeklemmt und teilweise nicht ansprechbar. Die Strassenrettung der Feuerwehr musste sie aus dem Autowrack befreien.

Die Autobahn musste für rund drei Stunden in Fahrtrichtung Bern total gesperrt werden. Die Spuren waren mit Trümmerteilen übersäht. Über den Rastplatz wurde eine örtliche Umleitung eingerichtet. Dennoch kam es vom Limmattal her zu einem Stau von mehreren Kilometern Länge. Nachdem die Fahrbahnen mit einer Wischmaschine gereinigt worden waren, konnte die Kantonspolizei die Autobahn kurz nach 23 Uhr wieder freigeben. (to)