Der Zwischenfall ereignete sich kurz vor zehn Uhr in der Nähe der Haltestelle Bern-Ausserholligen. Dort sprang bei einer Weiche der vorderste Wagen einer siebenteiligen Komposition aus den Schienen, wie die SBB mitteilte.

Diese Komposition bestand aus der Lokomotive, zwei neuen, leeren Doppelstockwagen und vier leeren Güterwagen. Die Doppelstockwagen sollten nach Villeneuve VD in die Werkstatt eines Eisenbahnwagenproduzenten gebracht werden.

Der an sich kleine Zwischenfall, der keine Verletzten forderte, hatte grosse Auswirkungen: Die stehengebliebene Komposition blockierte nicht nur das Gleis, auf dem sie unterwegs gewesen war, sondern auch das zweite Gleis von und nach Freiburg. Der entgleiste Wagen ragte in das sogenannte Lichtraumprofil des anderen Geleises.

Das heisst, dass andere Züge nicht passieren konnten, ohne mit dem entgleisten Wagen zu kollidieren. Einem BLS-Zug, der kurz nach der Entgleisung zu passieren versuchte, riss es den Rückspiegel weg.

Zehn Stunden lang gesperrt

Zwischen zirka zehn Uhr morgens bis kurz vor acht Uhr abends war deshalb für Züge zwischen Bern und Freiburg kein Durchkommen mehr. Stattdessen verkehrten Bahnersatzbusse zwischen den beiden Zähringerstädten. Wer etwa von Genf nach Zürich fahren wollte, dem empfahl die SBB, via Jurasüdfusslinie, also via Biel, zu fahren.

Auch die S-Bahn Bern war betroffen. Die Züge der Linien 1 und 2 fielen zwischen Bern und Thörishaus Station aus. An den Bahnhöfen setzte die SBB Kundenlenker ein.

Weshalb der Doppelstockwagen entgleiste, ist weiterhin unklar und wird untersucht. Die SBB wollte ihn zuerst per Hydraulikpresse auf die Schienen zurückstellen, was aber misslang. Deshalb musste sie die zuerst für 15 Uhr angekündigte Wiederaufnahme des Betriebs zwischen Bern und Freiburg auf den Abend verschieben.

Schliesslich hob ein Kran den Wagen auf die Schienen und die Komposition konnte weggezogen werden.