Solothurn
61-jähriger Oltner gesteht Brandstiftung in St. Ursenkathedrale

Der mutmassliche Täter des Brandanschlages ist 61-jährig und wohnt in Olten. Gegen den offenbar psychisch gestörten Mann lief bereits 2009 eine Strafuntersuchung. Damals wollte der Mann einen Regionalzug zum Entgleisen bringen.

Wolfgang Wagmann
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Brandstifter richtet in St. Ursenkathedrale grossen Schaden an
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Der zerstörte Altarbereich
Überreste des Brandanschlags.
Der Tatort: Altarbereich der Kathedrale.
Die Polizei sperrte die Kirche ab.
Ein erster Augenschein am frühen Nachmittag zeigte das Ausmass des Anschlags
Die Feuerwehr fährt auf
Die Kathedrale vor dem Brand. St. Ursenkathedrale Solothurn, Chor

Brandstifter richtet in St. Ursenkathedrale grossen Schaden an

Tele M1

«Es könnte einen Schaden von mehreren hunderttausend Franken gegeben haben», meint ein sichtlich geschockter Roland Rey, Kirchgemeindeverwalter der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Solothurn, gegenüber «az». Alles sei verrusst und möglichwerweise die wertvolle Orgel schwer beschädigt.

Den mutmasslichen Täter hatte Rey in der Kathedrale angetroffen, nachdem dieser zwei Kanister mit einer Flüssigkeit im Chor auf den dortigen Teppich ausgeleert hatte. Rey bemerkte zunächst aber nicht, dass es sich beim Mann um den Täter handelte. «Der Mann machte auf mich einen seriösen Eindruck und ich glaubte zuerst einen Zeugen vor mir zu haben.» Ein fataler Irrtum, wie sich nur wenig später zeigte. Denn jetzt zündete der älter Mann die Füssigkeit mit einer Kerze an.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 61-jährigen Mann, wie die Kantonspolizei Solothurn mitteilte. Der mutmassliche Täter wohnt in Olten. Nach ersten Schätzungen ist durch das Feuer und den Russ ein Gesamtschaden von mehreren 100 000 Franken entstanden. Die Kirche könne vorderhand nicht mehr genutzt werden, so die Polizei weiter.

Psychisch gestörter Mann

Gegen den offenbar psychisch gestörten Mann lief bereits 2009 eine Strafuntersuchung, wie der Solothurner Staatsanwalt Martin Schneider an einer Medienkonferenz sagte.

Damals ging es um Straftatbestände wie versuchte Störung des Eisenbahnverkehrs und schwere Körperverletzung. Der in Olten wohnhafte Mann hatte offenbar einen SBB-Regionalzug zum Entgleisen bringen wollen. Er sass insgesamt einen Monat in Untersuchungshaft.

Beim kantonalen Amt für soziale Sicherheit ist der Mann bereits früher gemeldet worden. Es gehe einen fürsorgerischen Freiheitsentzug, sagte Schneider. Ein psychiatrisches Gutachten sei in Arbeit.

Der vorläufig Festgenommene habe die Brandstiftung gestanden. Er werde derzeit einvernommen. Das Motiv der Brandstiftung sei noch unklar.

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