Sofort wurden alle Mitarbeiter des grössten Schweizer Briefzentrums evakuiert. Ein Grossaufgebot von Polizei und Feuerwehr sowie über zwei Dutzend Ambulanzen rückten aus. Insgesamt mussten 34 Personen ins Spital eingeliefert werden.

Das weisse Pulver soll bei ihr Reizungen und stärkeres Unwohlsein hervorgerufen haben. Auch ein Dutzend weitere Personen klagten über Unwohlsein. Unterdessen stieg vor dem Zentrum die Nervosität. Mitarbeiter der Post fragten sich verängstigt: Handelte es sich wirklich um einen Giftanschlag? War Antrax im Spiel? War es ein Anschlag gegen die Post?

Evakuierung im Postzentrum in Mülligen

Evakuierung im Postzentrum in Mülligen

Erst zwei lange Stunden und 45 Minuten später brach bei den Evakuierten leiser Applaus aus: Die Polizei informierte sie, dass es sich laut ersten Erkenntnissen um ein «harmloses Pulver» gehandelt habe, das man in den beiden Briefen gefunden habe. Nach Angaben der Kantonspolizei Zürich handelte es sich bei der Substanz jedoch mit grösster Wahrscheinlichkeit um Stärkepulver. Dies hätten Messungen durch herbeigezogenen Fachleute ergeben. Kurz nach Mitternacht gab sie das Briefzentrum wieder frei.

Der Betriebsunterbruch hat nach Angaben der Post zur Folge, dass am Mittwoch zwischen 1,5 und 2 Millionen A-Post-Briefe aus und in die Region Zürich und die Ostschweiz nicht am Folgetag zugestellt werden können.