Attiswil

125 Feuerwehrleute löschen Brand

Schlimmer als es scheint: Der Wohntrakt des Bauernhauses ist vollständig zerstört. (Bild: Urs Lindt)

Brand

Schlimmer als es scheint: Der Wohntrakt des Bauernhauses ist vollständig zerstört. (Bild: Urs Lindt)

125 Feuerwehrleute und zehn Samariter standen gestern in Attiswil im Grosseinsatz. Der Wohntrakt eines Bauernhofs wurde beim Brand völlig zerstört. Ein Bewohner wurde mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Spital gefahren. Augenzeugen sollen gesehen haben, wie eine zweite Person in Handschellen gelegt wurde.

Marisa Cordeiro

Im Wohntrakt eines abgelegenen Bauernhofs in Attiswil brach gestern Mittag ein Feuer aus. Während mehrerer Stunden standen 125 Feuerwehrleute aus sieben Gemeinden, zwei Atemschutztruppen und zehn Samariter aus Attiswil und Wiedlisbach im Einsatz. Wobei sich das Löschen als problematisch erwies, denn: In der direkten Umgebung des brennenden Hofs in Frauchsrütti (nahe bei Rumisberg) fehlten die Wasserhydranten.

Leitungen bis zu einem Kilometer

Also mussten die Feuerwehren zunächst Transportleitungen legen, wie Einsatzleiter Adrian Eichelberger, Kommandant der Feuerwehr Wiedlisbach, an der gestrigen Pressekonferenz berichtete. Drei an der Zahl waren nötig: Eine 500 Meter lange Leitung zu einem Hydranten in Rumisberg, eine 1000 Meter lange Leitung nach Attiswil und eine weitere, 200 Meter lange Leitung zu einem Löschweiher. «Zeitweise war das Wasser sogar knapp», sagte Eichelberger. Doch die Zusammenarbeit der Feuerwehren habe «super geklappt».

Als die Wehrleute das Feuer nach gut zweieinhalb im Griff hatten, stand der Hof zwar noch. Trotzdem konnten die Feuerwehren nicht verhindern, dass der Wohnteil durch den Brand vollständig zerstört wurde. Immerhin konnte der Ökonomieteil des Hofs gehalten werden. Ein Bewohner wurde mit Verdacht auf Rauchvergiftung mit einer Ambulanz zur Kontrolle ins Spital gefahren. Ein zweiter Bewohner erlitt einen Schock und musste mit einer Ambulanz in ärztliche Behandlung gebracht werden. Tiere kamen keine zu Schaden. Der betroffenen Familie wird die Gemeinde Attiswil vorübergehend eine Notunterkunft zur Verfügung stellen.

Noch während der ganzen Nacht bewachten Wehrkräfte die Brandruine, nicht zuletzt wegen eines Heustocks, der sich in der direkten Umgebung befand.

Augenzeugen irritiert

Über die Brandursache war gestern nichts zu erfahren. «Diese ist noch völlig unklar und deshalb Gegenstand laufender Ermittlungen», hiess es. Mit dieser Aussage dürfte wohl auch Brandstiftung nicht ausgeschlossen sein. Ebenso wenig war über die Schadenssumme zu erfahren. Sie konnte lediglich mit «mehreren hunderttausend Franken» beziffert werden.

Wie Augenzeugen gegenüber den Medien berichteten, soll vor Ort eine Person in Handschellen gelegt und mit der Ambulanz abtransportiert worden sein. Die Polizei wollte dies gestern aber weder bestätigen noch dementieren, «zum Schutz der Betroffenen», wie Sven von Gunten, Einsatzkoordinator der Polizei in Wangen an der Aare, sagte.

Raphael Flückiger, stellvertretender Regierungsstatthalter Amt Wangen sagte auf Anfrage dazu: «In der Theorie ist es möglich, dass ein Patient im Schockzustand ruhiggestellt werden muss, wenn er einer ärztlichen Behandlung zugeführt werden muss.» Mehr könne er in diesem konkreten Fall allerdings nicht sagen, so Flückiger, er sei ja selber nicht vor Ort gewesen.

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