Kinderpornografie

112 Festnahmen bei europaweitem Schlag gegen Kinderpornografie

Sichergestellte Kinderpornografie (Archiv)

Sichergestellte Kinderpornografie (Archiv)

Bei einem Schlag gegen Kinderpornografie im Internet sind in 22 Ländern 112 Verdächtige festgenommen worden. Bei dem beschlagnahmten Videomaterial handle es sich um «die schlimmsten Bilder, die man sich vorstellen kann», sagte der Europol-Chef.

Der Einsatz unter dem Codenamen "Operation Ikarus" richtete sich gegen Konsumenten und Anbieter "der extremsten Form von Videomaterial", in dem unter anderem die Vergewaltigung von Kleinkindern und Babys gezeigt wird, wie die europäische Polizeibehörde Europol am Freitag mitteilte.

Es sei mit weiteren Festnahmen zu rechnen, insgesamt gebe es bislang 269 Verdächtige. Die Ermittlungen laufen weiter, bis jetzt wurden rund 9000 Stunden Videomaterial sichergestellt. Hinter jedem beschlagnahmten Bild stehe eine zerstörte Kindheit, sagte der Europol-Chef.

Schweizer Verdächtige

Wainwright berichtete von einem Schweizer Verdächtigen, bei dem rund 120 Terabyte Datenmaterial sichergestellt wurden. Darauf würden 36'000 Stunden High-Quality-Videos passen. Man schätze, dass die Ermittler etwa ein halbes Jahr zur Sichtung des Materials benötigen würden, so der Europol-Chef.

Laut dem Bundesamt für Polizei (fedpol) kam es in der Schweiz zu Hausdurchsuchungen und Einvernahmen in zehn Kantonen. Dabei wurde aber niemand festgenommen, auch nicht der von der Europol erwähnte Schweizer aus dem Kanton Zürich. Der zuständige Staatsanwalt gab unter Hinweis auf das laufende Untersuchungsverfahren keine weiteren Informationen ab.

«Alles hinterlässt Spuren»

Europol jage die Produzenten und Konsumenten von Kinderpornografie weiter und tue alles, "um unsere Kinder zu schützen", sagte Wainwright.

In einem Fall sei ein Verdächtiger festgenommen worden, bevor er ein Kind treffen konnte, das er bereits per Internet kontaktiert hatte, um es für Sex gefügig zu machen. An die Hersteller und Konsumenten der Kinderpornos ergehe eine klare Botschaft: "Alles, was online passiert, hinterlässt eine Spur."

Wegen der laufenden Ermittlungen machte Europol keine Angaben dazu, welche weiteren Länder betroffen sind. Auch zu den Verdächtigen und den Opfern wurden keine Details bekanntgegeben. Geleitet wurde der Einsatz von der dänischen Polizei, die bei Ermittlungen im Bereich illegaler Internet-Videotauschbörsen besondere Erfahrung hat.

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