«Das geht einseitig auf unsere Kosten»

Der Gemeinderat Langendorf ist am Erhalt des Rosegghofes als Landwirtschaftsbetrieb interessiert. Keinen Gefallen fand er aber am Umsiedlungskonzept, das der Kanton als Eigentümer der Liegenschaft ausgearbeitet hat.

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«Das geht einseitig auf unsere Kosten»

«Das geht einseitig auf unsere Kosten»

Solothurner Zeitung

Rahel Meier

Soll der Rosegghof als moderner Landwirtschaftsbetrieb weitergeführt werden, muss investiert werden. Der Hof soll zudem mit dem Königshof zu einem Betrieb zusammengefasst werden, dessen Pächter bald pensioniert wird. Beide Gebäude gehören dem Kanton. Über dem Areal der kantonalen Psychiatrischen Dienste und dem Rosegghof liegt heute ein rechtsgültiger kantonaler Teilzonen- und Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften.

Zukunft des Betriebes sichern

«Es gibt Momente, in denen der Kanton in die Planungshoheit der Gemeinden eingreift.» Ruedi Bieri, Leiter Amt für Raumplanung, stellte dem Gemeinderat am Montagabend die kantonale Nutzungsplanung für den Rosegghof vor. Der Kanton möchte nicht selbst in den Rosegghof investieren. «Wir haben uns sogar überlegt, ob wir den Hof überhaupt behalten sollen.»

Investitionen durch den Pächter selbst würden aber nur Sinn machen, wenn die Zukunft des Betriebes gesichert sei. Das Bauernsekretariat habe deshalb mitgeholfen, und es seien diverse Varianten studiert worden, wie der Landwirtschaftsbetrieb sinnvoll weitergeführt werden könnte. Der Kanton schlägt vor, den bisherigen Teilzonen- und Gestaltungsplan aufzuheben und durch zwei untereinander getrennte Nutzungspläne zu ersetzen. Die Sondernutzungszone «Reitbetrieb» würde nach Norden verlagert. Dabei würde die Landschaftsschutzzone der Gemeinde Langendorf tangiert.

Keine Freude an diesen Plänen

Im Gemeinderat war keine Freude über die kantonale Planung spürbar. Der Raumplanungsbericht zeige auf, dass auf dem Gemeindegebiet von Solothurn gelegenes Landwirtschaftsland, im Eigentum des Kantons, für die künftige Einzonung und Wohnüberbauung gesichert werde. Langendorf verliere dafür bei der Verlegung des heutigen Betriebsstandortes des Rosegghofes eine kommunale Landschaftsschutzzone und müsse zudem vermutlich auch noch mehr Verkehr schlucken. «Wir sind daran interessiert, dass der Landwirtschaftsbetrieb bestehen bleibt», meinte Gemeindepräsident Hans-Peter Berger (SP). Er wollte darum, dass der Kanton nochmals die Option Ausbau des Königshofes beurteile. «Ich kann mir vorstellen, dass es Architekten gibt, die sich um den Auftrag reissen würden, in diesem denkmalgeschützten Ensemble einen Landwirtschaftsbetrieb zu planen.» Ausserdem wollte der Gemeindepräsident, dass die beteiligten Parteien, der Kanton, die Gemeinden Solothurn, Rüttenen und Langendorf sowie der Pächter zusammensitzen und das Geschäft diskutieren. Der Gemeinderat konnte sich diesen Argumenten anschliessen. Einstimmig wurde eine durch die Planungskommission vorbereitete Stellungnahme verabschiedet, die die Haltung Langendorfs klar aufzeigt. Der Gemeinderat fordert den Kanton auf, auf die vorgelegte kantonale Planung ersatzlos zu verzichten.

Einmalige Chance

Seit Jahren soll in Langendorf ein Dorfplatz realisiert werden. Nun scheint sich die Sache zu konkretisieren. Migros, als Eigentümerin der Parzelle GB Nr. 812, ist mittlerweile bereit, über den Verkauf des Landes zu diskutieren. «Das ist eine einmalige Chance», meinte Hans-Peter Berger dazu. Die Lage der Parzelle sei für die Gemeinde zentral und wichtig. Einstimmig wurde beschlossen, Interesse am Kauf der Parzelle zu signalisieren. Vorläufig verzichtet wird aber auf eine Konzeptstudie über die mögliche künftige Nutzung des Dorfplatzes.