Von den letzten sechs Spielen hat der SVWE damit je drei Spiele verloren und deren drei gewonnen. Alle Siege resultierten dabei gegen Zürcher Teams. Ein gutes Omen? Der nächste Gegner in einer Woche heisst Uster.

Beinahe 1000 Zuschauer wohnten der Partie in der neuen Winterthurer AXA-Arena bei und hofften auf einen spannendes Spiel zweier Teams, welche sich im Vorjahr in den Playoff-Halbfinals gegenüber gestanden hatten. Davon sind beide Teams derzeit noch einiges entfernt. Der HCR, welcher auf dieser Saison hin alle vier Ausländer und den Trainerstab ausgetauscht hat, muss gar um die Playoffs bangen und der SVWE konnte zuletzt nicht die Leistungen abrufen, welche für eine Halbfinalqualifikation nötig sein werden.

Zu wenig stabil

Nach einem guten Auftakt und dem frühen 1:0 durch Marco Louis (5.) hoffte man aus Wiler Sicht auf einen erfreulichen Abend, zumal der HCR auch noch den Ausfall des finnischen Regisseurs Toropainen beklagte. Doch der SVWE ist aktuell zu wenig stabil und auch mental angeschlagen, so dass man gegen jedes Team der Liga rasch aus dem Tritt gebracht werden kann. Mit dem 1:1-Ausgleichstreffer folgten 20 schwache Minuten, welche bis ins Mitteldrittel andauerten und zwischenzeitlich auch einen 1:2-Rückstand einbrachten.

Doch nach überstandenem Powerplay, als gar ein 2-Tore-Rückstand drohte, kam die lang ersehnte Reaktion doch noch. Rentsch und Lehtinen (die Nummer zwei und vier der internen Skorerliste) trafen innerhalb von nur 2 Minuten. Der HCR zollte in dieser Phase dem grossen Kräfteaufwand und der geleisteten Laufarbeit Tribut und taumelte wie ein angeschlagener Boxer. Da aber insbesondere Topskorer Känzig sein Visier schlecht eingestellt hatte, konnte sich das Heimteam mit dem Ein-Tore-Rückstand in die zweite Pause retten.

Wiler-Ersigen rettet sich über die Zeit

Im Schussabschnitt setzte der SVWE-Trainerstaff ein Zeichen und reduzierte auf zwei Linien, wollte so noch mehr Druck erzeugen. Und das Risiko wurde mit zwei weiteren Toren belohnt, vor allem weil die Gastgeber unter dem Dauerdruck nun Strafen nahmen. Mit Käniz und Dudovic traf je einmal ein Spieler der ersten und zweiten Powerplayformation.

Sowieso sollte die „Special Teams“ eine dominierende Rolle spielen im Schlussabschnitt. Nach den zwei Wiler Toren in Überzahl und der damit verbundenen 5:2-Führung, reagierte der finnische HCR-Coach früh, nahm das Timeout und liess mit sechs Mann spielen. Nur fünf Sekunden später lag der Ball schon im Wiler Tor. Und weil sich der SVWE dann auch noch unnötige Strafen abholte, wurde es tatsächlich nochmals eng. 20 Sekunden vor dem Ende traf das Heimteam zum dritten Mal in Überzahl und roch noch an der Verlängerung. Letztlich rettete sich der SVWE aber über die Zeit und behielt einmal mehr die Oberhand gegen Winterthur, wie immer in den letzten acht Partien.