Nach 2 Monaten Trockenheit war ausgerechnet der heutige Tag mit ziemlich viel und starkem Regen angesagt. Um halb neun stechen wir per Car in den morgendlichen Gubrist-Stau. Unser Ziel, St. Gallen, erreichen wir trotzdem fast pünktlich.

Frau Baggio, unsere Führerin, bittet uns in die Filzpantoffeln zu steigen, damit der wunder­schöne und alte Eichenboden der Stiftsbibliothek geschont und immer schön gebohnert wird. Der reich und kunstvoll verzierte, in seinen Massen edel ausgewogene Büchersaal der Stiftsbibliothek wird als der schönste nicht-kirchliche Barockraum der Schweiz gepriesen. Ihr ausserordentlich wertvoller Bücherbestand, welcher heute noch zu grossen Teilen erhalten ist, offenbart die Entwicklung der europäischen Kultur und dokumentiert die kulturelle Leistung des Klosters St. Gallen vom 8. Jahrhundert bis zur Aufhebung der Abtei im Jahr 1805.

Bei den interessanten Erzählungen Frau Baggios ist die Führung im Nu vorbei und schon werden wir in den sonnigen Stiftsbezirk, der übrigens zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, entlassen. Die angrenzende Stiftskirche im spätbarocken Baustil ist ebenso gewaltig und faszinierend. Nach einem gemütlichen Spaziergang durch die St. Galler Altstadt werden wir von unserer Buschauffeu­rin empfangen und zum Bodenseehotel Weisses Rössli in Staad gefahren.

Wir haben riesig Glück und die Wetterfee ist noch immer gut gelaunt, sodass wir auf der sonnigen Terrasse direkt am See speisen dürfen. Nach einem liebevoll zubereiteten gemischten Salat werden wir mit einem feinen Bauerngeschnetzeltem an Senfrahmsauce, Butterrösti und bunter Gemüsegarnitur verwöhnt. Als krönenden Abschluss gibt es noch eine reich garnierte Crêpes Suzettes.

Nach so viel Gemütlichkeit und feinem Essen ist etwas Bewegung gefragt. Nach nur 10 Fahrminuten sind wir in Rorschach, wo uns das Sand-Skulpturen-Festival erwartet. Riesige Kunstwerke aus Sand, zum Thema „all you need is love“, stehen da auf der Arionwiese direkt am Bodensee. Wir bestaunen die tollen Figuren, die bis ins kleinste Detail perfekt ausgearbeitet sind. Unglaublich, was da für eine Arbeit und Geduld dahinter steckt! 

Wir sitzen schon im Car, als die Wolken dunkler werden und bald fallen auch die ersten schweren Tropfen. Was hatten wir ein Wetterglück auf unserem tollen Ausflug! Und mit Erika Brumann haben wir auch eine routinierte Fahrerin, die uns sicher und wohlbehalten zuerst durch den Wolkenbruch, dann durch den Feierabendstau zurück nach Urdorf bringt.

Einmal mehr, ein herrlicher Ausflug!