von Nadia Zehnder

Am vergangenen Samstag lud die Musikgesellschaft Oensingen zu ihrem jährlichen Frühlingskonzert im Bienkensaal ein. Nachdem vorab alle Jubilaren und Ehrengäste ein gemütliches Abendessen geniessen durften, kündigte der Aufmarsch der Young Concert Band Oensingen-Kestenholz den Konzertabend an. Unter der Leitung von Roger Meier führte die Band mit unterhaltsamen und abwechslungsreichen Stücken in den Abend ein. Es war eine grosse Freude, den jungen Musikanten und Musikantinnen zuzuhören und zuzuschauen. Die Begeisterung steckte förmlich auch das Publikum an.

Die Musikgesellschaft Oensingen, unter der Leitung von Christian Joseph übernahm dann, nach einem grossen Applaus für die Jugend den musikalischen Teil des Abends. Mit einem sehr bunten Mix zauberte die MGO das Publikum in ferne Zeiten – dabei scheinen es die Zeiten der Musikgesellschaft Oensingen gerade nicht so gut zu meinen. Ihr Solist Christian Müller verletzte sich leider beim Einrichten der Bühne schwer am Arm und daher fehlte ein wichtiges Vereinsmitglied in den Reihen der MGO. Und nicht nur Dies – auf Grund dessen, war die Musikgesellschaft Oensingen gezwungen, das Oboen-Solo „Scherzetto für Oboe“ ersatzlos vom Programm zu streichen. Christian Müller sei an dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches „gute Besserung“ von den Reihen seiner Musikkollegen gewünscht.

So wurde der Zuhörer nach einem Applaus für das gestrichene Solo-Stück, um die Arbeit des Solisten und auch der MGO zu würdigen, in eine Welt der Literaturklassik musiziert. Das Stück „Robinson Crusoe“ liess jedes Literaturherz – und somit auch mein eigenes - höher schlagen und die Bilder von dem Mann der als Schiffbrüchiger, Jahre lang auf einer Insel lebte wurden in meinem Kopf abgespielt und von der Musikgesellschaft Oensingen vertont.

Unter dem vielsagenden Motto „Jukebox“ ging es nach einer Pause weiter. Obwohl – vielsagend? Wer kennt denn diesen Automaten heute noch? Ich mag mich noch knapp an diese Box erinnern. Heute, in der Zeit von YouTube, Spotify und Co scheint die „Jukebox“ doch eher der Moderne gewichen zu sein. Jedenfalls teilweise.

Also habe ich mich mal schlau gemacht – bei Wikipedia – naja, schlau sollte man wohl auch zuerst einmal definieren. Aber es nahm mich doch wunder, was unter einer „Jukebox“ genau verstanden wird. Dort wird mir der Begriff „Jukebox“ wie folgt definiert; ein Automat, welcher bei Münzeinwurf humorvolle, obszöne Musik, Tanz oder Sprache abspielt. Ob diese Definition der Musikgesellschaft Oensingen gelungen ist?

Ja - humorvoll wurde von der charmanten und sehr sympathischen Tanja Baumberger durch den Abend geführt. Sie verstand es einmal mehr mit Witz, Informationen, Schweiss und dem gewissen Etwas fürs Auge das Publikum durch den Abend zu geleiten. Musik – ja auch diesem Teil wurde die Musikgesellschaft Oensingen gerecht. Ob die Musik aber auch obszön war, dies sei jedem Zuhörer selber überlassen – obwohl obszön vielleicht doch nicht unbedingt der richtige Ausdruck für diese Art Musik ist. Mit Titeln wie „Thriller“, „Take on me“, „Crazy“, „Rocking Vogelisi“, „All night long“, „Crazy little thing called love“ und „Hit the road jack“ wurde für mich einfach einmal Quer durch Rock und Pop geführt.

Dabei wurde aber der Automat – eben die Jukebox wieder ins Leben gerufen. So durften verschiedene Publikumsmitglieder ein Stück wünschen. Vom Gemeindepräsidenten, zu einem Ehrenmitglied, einer Ladenbesitzerin aus dem eigenen Dorf, einem Jugendlichen aus der Young Concert Band, einem Mitglied der Partnermusik MG Eintracht Kestenholz, bis hin zu einem Videowunsch von Sandra Studer. Ja querbeet wurde gewünscht und fleissig an dem Automaten gedrückt. Alles in allem also ein gelungener Abend für die Musikgesellschaft Oensingen und, so hoffe ich, auch für das Publikum.

Ein riesiges „Danke“ an das tolle Publikum, das am vergangenen Samstag zusammen mit uns dem alten Automaten „Jukebox“ ins Leben zurück verhalfen. Es hat uns so viel Freude bereitet vor einem vollen Saal und vor so tollen Gästen spielen zu dürfen.

Weiter Stücke waren: „Fire and Ice“, „Burgfanfaren Marsch“, „Solothurner Marsch“.