Wo anfangen, wenn sich schon in der dreiminütigen Nachspielzeit derart viel ereignete, dass man hiefür nahezu eine Seite füllen konnte. Mit Beginn der zusätzlichen Spielzeit setzte Sidy Dieng den Ball an den Pfosten – bei der kleinen FCBS-Anhängerkolonie raufte man sich die Haare, denn ein Sieg in extremis wäre der nicht unverdiente Lohn für einen starken Auftritt gewesen.

Aber oha lätz: Im Gegenzug traf GC-Einwechselspieler Helaku Schmidt ebenfalls Aluminium – jetzt war hörbares Aufatmen bei den Gästen zu hören. Nicht auszudenken, wenn man zuletzt ohne etwas Zählbares zurück ans Rheinknie gefah­ren wäre. Da wären einige, wir denken hier spontan an Cheftrainer Samir Tabakovic und Sportchef Peter Faé «not very amused» gewesen.

Aber die Partie ging weiter – auf dem nassen Kunstrasen des GC-Campus war nun wieder «Blägg» in der Vorwärtsbewegung. Und nur 100 Sekunden später als nach seinem Pfostenschuss setzte Dieng diesmal das runde Leder ins Netz. Grenzenloser Jubel beim Gast!

Die ersten 30 Minuten hatten den «Hoppers»-Jünglingen gehört. Klare Torchancen hatten sich die Zürcher aber nicht erspielt. Die Basler Abwehr stand auch ohne den gesperrten Routinier Branislav Micic (für ihn hatte Tabakovic den jungen Marco Mandal in die Zentral­verteidigung genommen) sicher und stabil.

Oberle als Penaltykiller

Seit Jahren ist Steven Oberle (26) ein starker Rückhalt des FC Black Stars. Und als er nach 54. Minuten einen Elfmeter von Nikola Sukavec grandios parierte, spürte man den Ruck, der durch die Gästereihen ging.

Wohl gingen die Grasshoppers wenig später den­noch durch Aridi Qerforzi in Führung, aber weil Oumar Gaye keine zwei Minuten später ausgleichen konnte, blieb keine Zeit übrig, um dem Verlusttreffer nachzutrauern. Zur «tragi­schen» Figur sollte der ehemalige U18-Nationalspieler Sukacev (20) werden.

Nach dem verschossenen Elfmeter leistete er sich ein sackgrobes Foul und musste vorzeitig vom Platz. Es war nicht so, dass «Blägg» in der letzten Viertelstunde konstant am Drücker war – dafür hat der GC-Nachwuchs zu viel spielerische Substanz, um auch in Unterzahl ihrer­seits Angriffe zu starken.

Aber der verschossene Penalty, der törichte Platzverweise und der Pfostenschuss in der Nachspielzeit waren irgendwie symptomatisch, dass die Elf von Tabakovic das bessere Ende für sich bezielt. Nach einem sehr reifen Auftritt, einer solidari­schen Teamleistung und langen Laufwegen.

Quintett verlängert Verträge

Bereits vor Anpfiff hatte die Klubleitung um Präsident Kaspar Camenzind mit einer inter­essanten Vertragsverlängerung aufwarten können. Auch in der Saison 2018/19 wird Samir Tabakovic (50) für die Geschicke des Fanionteams verantwortlich zeichnen.  Der 50-jähri­ge Bosnier und die «Schwarz-Sterne» - doch, diese Fussball-/Trainer-Ehe funktioniert.

Im Sommer 2010 übernahm der frühere Profifussballer (unter anderem auch ein sicherer Wert als Innenverteidiger beim FC Basel) erstmals den damaligen (regionalen) Zweitligis­ten. Und führte ihn innert zwei Jahre in die 1. Liga. Seine erste Etappe, nach total 116 Pflichtspielen, endete am Ende der Spielzeit  2014/15 am 30. Juni. Danach trainierte Ta­bakovic den Stadtrivalen BSC Old Boys Basel, wo er in der Winterpause 2016/17 seinen Rücktritt gab.

Seine zweite Etappe bei «Blägg» fing Ende Mai 2017 an. Und mit der Bekenntnis zu Kon­stanz und Kontuinität auf dem Trainerposten haben die «Schwarz-Sterne» ein starkes Zei­chen gesetzt. Aber ein Mann alleine macht keinen Trainer- und Betreuerstab aus.

Darum hat nicht nur Tabakovic seinen Kontrakt verlängert, sondern die Vereinsspitze haben auch die Verträge von Assistenztrainer Branko Bakovic. Torhütertrainer Sven Schäfer und Kon­ditionstrainer Dario Di Giovine verlängert. Drei Leute, die seit Jahren im Klub (einst als Spieler der 1. Mannschaft) lange aktiv waren und seit vielen Jahren auf dem Buschwiler­hof starke Arbeit abliefern.

Fünfter im Bunde ist Teambetreurer Markus Thüring. Der Vater von ex-Grossratspräsident Joel Thüring ist nicht nur «Mädchen für alles», sondern im Hintergrund (Administration) ein wertvoller Mitarbeiter. Und fährt jeweils den einen Teamsbus sicher an die Auswärtsspiele. Am Samstag soll die Rückreise von der Limmat auf den Buschweilerhof ordentlich ver­gnügt werden sein...