In der Buchser Regionalschiessanlage im Lostorf mussten die Getränkereserven angezapft werden. Die Schützengesellschaft Lauffohr Brugg feierte ihren Rekord von 711 Punkten. Seit der Einführung des Gruppenmeisterschaftsfinals im Aargau hatte noch nie eine Gruppe 700 Punkte erreicht oder übertroffen. Angeführt von Hans Schumacher (146 Punkte), trumpften René Choppard (144), Sascha Wicki (141) und Michael Hossle (140) gross auf.

Einzig Startschütze Walter Schumacher (140) war von sich selber enttäuscht. Doch das war Jammern auf höchstem Niveau. „Wir müssen Lauffohr im nächsten Jahr bei den Standardgewehrschützen antreten lassen“, scherzte Wettkampfleiter Willy Bachmann die Galavorstellung des aktuellen Schweizer Meisters.

Die weiteren Medaillengewinner Gansingen (690) und Oberkulm (685) mussten sich trotz starker Leistung bei schwierigen Bedingungen deklassieren lassen. „Unsere Ansprüche sind hoch, und wir haben eine gesunde interne Rivalität“, versuchte Walter Schumacher das Jahrzehntresultat zu begründen. „Das ganze Team war extrem fokussiert“, lobte Rolf Denzler, der als Betreuer zur Seite stand.

Auch FSG Dietwil überragend

Ähnlich dominant wie Lauffohr im Feld D trat Dietwil im Feld E auf. Die fünf Oberfreiämter Schützen mit dem Sturmgewehr 90 fanden sich trotz viel Wind und wechselndem Licht bestens zurecht und distanzierten die hadernde Konkurrenz um 18 und mehr Punkte. „Wir wissen, dass wir alle gut schiessen können. Heute liefs optimal“, kommentierte Vizepräsident Markus Mathis die 686 Punkte.

Den Triumph für den Bezirk Muri vervollständigten die Feldschützen Buttwil-Bettwil mit Rang 2 und 3. Die dritte Gruppe erreichte Platz 6 unter 43 Gruppen. „Soll erfüllt“, gab sich der neue Vereinspräsident Beat Kopp nicht euphorisch. Schon im Vorjahr hatte die Freiämter Schützenhochburg Silber und Bronze geholt. „Wir haben ein gutes Vereinsleben und bilden eine grosse Schützenfamilie.“, erklärte er den Vollerfolg auf breiter Basis.

Aarauer Standardgewehrschützen rehabilitiert

Nach der überraschenden kantonalen Finalniederlage im Vorjahr in Möhlin rehabilitierte sich Aarau als Schweizer Meister im Feld A auf seiner Heimanlage in Buchs. „Ich wusste um die gute Form unserer Schützen. Deshalb glaubte ich im Idealfall an zwei Medaillen“, schilderte Schützenmeister Jörg Fankhauser die Ausgangslage. Seine Hoffnungen erfüllten sich vollauf. Doch die zweite Gruppe düpierte das Fanionteam und schnappte sich Gold.

Die SG Aarau hat sich nach dem Tod ihres langjährigen sportlichen „Vaters“ Hansueli Wildeisen neu organisiert. Die 300-m-Spitzenschützen sind unverändert erfolgshungrig und entsprechend trainingsfleissig. Dies demonstrierten sie mit den Rängen 1 und 2 am Aargauer Gruppenfinal. Weil aber Thomas Läuppi (186) und Rudolf von Arx (187) nicht erwartet stark begannen, nützte Aarau II mit Armin Köchli (194), Daniel Kretz (190), Mario Kissling (190), Erich Hunziker (190) und Stefan Bereuter (187) die Gunst der Stunde und siegte mit 951:946 gegen Aarau I. „Erwartungen erfüllt, aber das erste Team muss sich in den nächsten Trainings wohl einigen Spott von den Kollegen gefallen lassen“, machte Jörg Fankhauser als Mitglied der ersten Gruppe gute Miene zum „bösen Spiel“.

Bronze schnappte sich Buchs. Angeführt von Peter Haltiner (194), distanzierte der Lokalmatador das kompaktere Döttinger Team um zwei Ringe. Die Buchser hatten sich mit zwei starken Bezirksresultaten Selbstvertrauen geholt und fanden sich mit den anspruchsvollen äusseren Verhältnissen gut zurecht. Dagegen blieben Titelverteidiger Fislisbach (5.) und andere starke Vereine mit dem Standardgewehr wie Leutwil (17.), Frick (11.), Moosleerau (15.) und Beinwil/Freiamt (20.) hinter den Erwartungen.

Bester Eliteverein im Feld A: Die beiden Gruppen der SG Aarau mit (von links) Daniel Kretz, Rafael Bereuter, Rudolf von Arx, Thomas Läuppi, Stefan Bereuter, Mario Kissling, Jörg Fankhauser, Erich Hunziker und Hansjörg Schmied.

Bester Eliteverein im Feld A: Die beiden Gruppen der SG Aarau mit (von links) Daniel Kretz, Rafael Bereuter, Rudolf von Arx, Thomas Läuppi, Stefan Bereuter, Mario Kissling, Jörg Fankhauser, Erich Hunziker und Hansjörg Schmied.