In der Defensive offensiv aufgestellt, gegen die quirligen Schaffhauser aber nicht mit der nötigen Einstellung zugange, brauchten die Badener gut 10 Minuten, um überhaupt in der Partie anzukommen. Da stand es bereits 7:3 für die Heimmannschaft, die vor spärlichem Publikum munter aufspielte und fast nach Belieben skorte.

Nach 17 Minuten hatte Badens Trainer Björn Navarin genug gesehen und nahm beim Stand von 10:7 sein erstes Timeout. Die Ansage zeigte Wirkung: 5 Minuten später war Städtli bis auf 2 Tore herangekommen und stand ganz anders auf dem Feld. Für den Ausgleich reichte es bis zur Halbzeit dennoch nicht: Zu viele Fehler im Abschluss gepaart mit zu wenig Glück in der Defensive liessen nicht mehr als ein 17:15 zu.

Neue Halbzeit, neues Glück und neue Verteidigung

Gegen das Badener 6-0 fanden die Schaffhauser weniger Raum für Durchbrüche und Kreisanspiele, und auch der eingewechselte Michael Schoch im Tor konnte sich gleich einige Paraden gutschreiben lassen.

Am grundsätzlichen Muster der Partie änderte dies aber wenig: Tor hier, Tor da, Tor hier, Tor da – Städtli blieb auf Tuchfühlung, haderte mit Schiedsrichterentscheiden, glich in der 39. Minute erstmals aus und schaffte es nach der erstmaligen Führung in der 42. Minute einfach nicht, mehr als ein Tor vorzulegen. 

Auf die erste und zugleich spielentscheidende Zweitoreführung mussten die Badener Fans bis eineinhalb Minuten vor Schluss warten. Philipp Wildi (6/6) markierte das 33:31, das Städtli 1 das entscheidende Quäntchen Luft verschaffte. Zwar kam Schaffhausen durch ein Siebenmetertor noch auf 33:32 heran, zum mehr reichte es aber nicht. Björn Navarin nahm bei 59:34 das taktisch zwingende Timeout, und wieder war Philipp Wildi zur richtigen Zeit am richtigen Ort. 34:32, aus, vorbei, zwei Punkte.

Moralspritze vor schwierigen Spielen

Ausgerechnet gegen den starken Vierten Schaffhausen, die Wundertüte mit dem immensen Spielerreservoir, gelingt der erste Auswärtssieg der Saison. Eine Moralspritze zur rechten Zeit vor den Hammerbegegnungen mit Solothurn und Möhlin. 

Was es gegen diese (und alle kommenden) Gegner zu verbessern gilt, zeigt ein einfacher Blick in die Statistik: Baden erzielt im Schnitt 31 Tore und erhält knapp deren 30. Nach oben geht’s nur, wenn die Quote hinten deutlich runtergeht. Vorweihnachtlich ausgedrückt: Geben ist seliger denn nehmen.