Verein für Pilzkunde Dietikon

Den Trüffeln auf der Spur im WSL

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Am Mittwoch, den 6. Mai 2015 pünktlich um 11.45Uhr trafen wir 13 Interessierte des Pilzvereins Dietikon und Umgebung vor dem Haupteingang der Forschungsanstalt WSL ein, wo uns Dr. Simon Egli schon erwartete.

Nach einer kurzen Begrüssung führte er uns in die grosse und helle Kantine der WSL, wo wir uns am Buffet bedienen konnten. Gestärkt mit einem feinen Mittagessen begleitete uns Dr. Egli zum neusten Gebäude, wo uns eine junge Biologin aus seiner Abteilung durch die Labors geleitete. Wir durften sogar in die Hochsicherheitslabors hinein, da sie noch nicht in Betrieb sind. Dort bestaunten wir die Eingangsschleusen, Labors, Autoklaven, Unterdrucklüftungen und weitere notwendige Sicherheitsvorrichtungen. In den anderen Labors wird schon gearbeitet. Uns wurden die Arbeiten in den Labors erklärt, die aktuellen Projekte vorgestellt und Fragen unsererseits beantwortet. So erfuhren wir, dass diese Abteilung nicht primär Pflanzenschutzmittel erforscht, sondern Grundlagenforschung betreibt. Hier wird untersucht, wie und auf welchem Weg sich zum Beispiel Schädlinge verbreiten und was man dagegen tun kann oder welche Pflanzen mehr oder weniger resistent sind und warum.

Nach dem beeindruckenden Rundgang übernahm uns wieder Dr. Egli.

Zuerst zeigte er uns einen kurzen Informationsfilm über die WSL, wo über 400 Personen an drei Standorten arbeiten. In Birmensdorf ist der Hauptstandort, weitere Standorte sind Davos, Lausanne, Bellinzona und Sion.

Dr. Eglis Forschungsgruppe, bestehend aus 6 Personen, nennt sich Mykorrhiza und

Pilze sind ihr Fachgebiet.

Sie beschäftigen sich mit Fragen um Einflüsse der Klimaveränderung, Klimaerwärmung, Luftverschmutzung und Bodenbeschaffenheit.

So erfuhren wir, dass der Klimawandel die Pilze ein bis zwei Wochen später im Jahr spriessen lässt, weil es zu trocken ist.

Sein Spezialgebiet sind allerdings die Trüffel und jetzt wurde es für uns ganz besonders spannend.

Dr. Egli erklärte uns, dass der Sommertrüffel und der Burgundertrüffel genau gleich sind weil die DNA identisch ist und Tuber aestivum genannt wird. Trüffel brauchen eine besondere Bodenbeschaffenheit um zu wachsen. Der Boden muss kalkhaltig sein und der Wald eher trocken. Am besten gedeiht der Trüffel in trockenen und mageren Buchenwäldern. Auch hier im Limmattal kommen die schwarzen Knollen vor. Verbreitet werden Trüffel vor allem durch Mäuse, die die Trüffel fressen und sie mit ihrem Kot verbreiten. Nicht nur mit Schweinen und Hunden können Trüffel gefunden werden, auch die Trüffelfliege zeigt die Standorte an. Von Mitte März bis Mitte Mai wachsen praktisch keine Trüffel, ansonsten aber über das ganze Jahr. Sie fanden auch heraus, dass das Sammeln von Trüffeln nicht zur Abnahme des Trüffel- Wachstums führt. Entgegen der früheren Annahme ist auch das Züchten von Trüffeln mittels Impfung des Bodens möglich.

Sogar ein leckeres Burgundertrüffelrezept wurde uns verraten:

Die Trüffel fein schneiden und in etwas Butter oder allenfalls in Olivenöl langsam und sorgfältig erwärmen, bevor man sie über ein gebratenes Spiegelei oder frische Nudeln gibt.

Eine weitere Möglichkeit ist: die Trüffel zusammen mit einem rohen Ei eine Woche in einem Tupperware (dichtes Plastikgeschirr) im Kühlschrank zu lagern. So nimmt das Ei den Geschmack des Trüffels auf. Das Ei mit zerlassener Butter in einer Pfanne sorgfältig braten und den Trüffel fein gehobelt darüber streuen.

Trüffel halten sich im Kühlschrank bis zu zwei Wochen, am besten im untersten (kältesten) Fach.

Nach diesen interessanten Ausführungen stärkten wir uns mit Kaffee und Süssigkeiten. Anschliessend begleitete uns Dr. Egli nach draussen auf die Versuchsflächen. Hier zeigte er uns, wie Pflanzen unter verschiedenen Bedingungen wachsend, untersucht werden, indem man sie zum Beispiel mit mehr oder weniger Regen nährt. Auch die Bodenbeschaffenheit, die Temperatur und die Lichtzufuhr kann geregelt werden.

Ganz zum Schluss durften wir die Versuchsfläche für Trüffelzucht besuchen.

Dort sollen auf speziellem Nährboden in 5-10 Jahren einmal Trüffel wachsen.

Unter Eichen und Buchen sollen sie einmal zu finden sein, wenn alles wie geplant funktioniert.

Wie im Flug ging die Zeit vorbei und wir waren sehr beeindruckt von den ausführlichen Erklärungen, dem feinen Mittagessen, den Gebäuden und dem ausserordentlich freundlichen Empfang in der Forschungsanstalt. Zum Dank überreichte Peter Lüscher Herrn Dr. Egli vier Flaschen Merlot aus dem Tessin.

Ein grosser Dank geht an Robert und Maria Andreoli, die diesen Ausflug organisiert haben und natürlich an alle die dabei waren.

Bericht: Catherine Peer, Aktuarin

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