80 Jahre Vogel- und Naturschutzverein „Schwalbe“, Schlieren

Am 19. November 1938 wurde die Gesellschaft für Vogelschutz „Schwalbe“ Schlieren gegründet: Wir feiern im laufenden Jahr unser 80jähriges Jubiläum. Und dass zum Feiern ein besonderes Ereignis gehört, ist eigentlich selbstverständlich. Deshalb hatte der Vorstand den Mitgliedern eine Exkursion am 26. Mai 2018 zu jener Institution empfohlen, wo man sich zweifelslos am eindeutigsten und handgreiflichsten für das Wohl von Vögeln einsetzt: Die Greifvogelstation in Berg am Irchel.

Martina Andres, zur Zeit Praktikantin auf der Station, empfing uns bei Kaffee und Gipfeli. Dann aber erklärte und zeigte sie höchst kompetent, was hier seit 1956 von Veronika von Stockar gegründet, auf- und kontinuierlich ausgebaut wurde. Die Universität verlieh dieser 2007 dafür die Ehrendoktorwürde. Hier werden verletzte oder geschwächte einheimische Greifvögel und Eulen bis zu ihrer Rückkehr in die freie Wildbahn gepflegt. Über achtzig Prozent beträgt der Erfolg der artgerechten und professionellen Pflege. Seit 1977 werden Patientendaten erhoben. Unter den bis 2016 behandelten 4121 Tiere waren 1912 Mäusebussarde, 823 Turmfalken, 387 Waldkäuze, 302 Rotmilane … Sie hatten und haben weiterhin alle ein Einerzimmer, denn sie sind zweifellos privat versichert. Heute wird die Station wesentlich von der Stiftung PanEco unterstützt. Ein besonderer Moment war der Besuch einiger Individuen in ihren „Zimmern“. Einen lebenden Rotmilan einmal lebend direkt vor sich zu sehen, ihn sogar in eigenen Händen zu halten – was für ein emotionaler Moment!! Die Station verfügt über präparierte ausgestopfte Exemplare fast aller einheimischen Greifvögel und Eulenarten. Nur der Bart- oder Lämmergeier fehlt: 2,6mFlügelspannweite. Man müsste das Zimmer vergrössern. Immerhin beeindruckten auch Steinadler (190-225 cm) und Rotmilan (150-175 cm) mit ihren ausgebreiteten Flügeln. Martina Andres demonstrierte jedoch viel umfassender, wie Eigenschaften, Lebensweisen, Bedürfnisse und Lebensraum zusammenhängen und welche Schlüsse daraus für den Schutz gezogen werden müssen. Die Greifvogelstation beteiligt sich an nationalen und internationalen Forschungs- und Schutzprojekten.

Bei einem Jubiläum darf natürlich ein Festessen nicht fehlen: Das Mittagessen war in der „Traube“ bestellt und konnte bei diesem prächtigen Sommerwetter in deren idyllischen Garten stattfinden.

Es gab niemanden, der vom Besuch der Greifvogelstation in Berg am Irchel nicht beeindruckt gewesen wäre. Wir danken Martin Andres für ihre lehrreiche und spannende Demonstration, und Richi Oesterreicher für die vorbildliche Organisation der Reise. Er hat nicht nur den berühmten grünen Daumen sondern auch einen direkten Draht zum Wettermacher Petrus bewiesen.

Nino Kuhn

Vogel- und Naturschutzverein „Schwalbe“, Schlieren