Urdorf

Zwei Urdorfer Wanderleiter - Urgesteine treten kürzer

megaphoneaus UrdorfUrdorf
Die beiden abtretenden Urdorfer Wanderleiter Richi Kägi (links) und Edi Gubler haben Tausende von Urdorfer Wandervögeln beglückt

Die beiden abtretenden Urdorfer Wanderleiter Richi Kägi (links) und Edi Gubler haben Tausende von Urdorfer Wandervögeln beglückt

Sie haben Tausende von Wandervögeln sicher ans Ziel geführt, 17 Jahre lang, manchmal über Stock und Stein, manchmal auch auf einfacheren Pfaden, stets aber darauf bedacht, den ihnen Anvertrauten einen unbeschwerten Tag im Kreise Gleichgesinnter zu bieten. Entsprechend reich ist denn auch der  Erlebnisschatz der nun abtretenden Urdorfer Wanderleiter Richi Kägi (83) und Edi Gubler (80).

Seniorenwandern läuft in Urdorf zusammen mit etlichen weiteren Seniorenaktivitäten unter dem Slogan „Chumm und mach mit!“. Richi Kägi, der Ingenieur,  und Edi Gubler, der Architekt, waren in dieser „Chumm und mach mit!“-Bewegung ursprünglich ganz gewöhnliche Teilnehmer. Bald aber betätigten sich die beiden entsprechend ihrer beruflichen Vergangenheit auch hier als Tüftler und Gestalter. So übernahm Richi Kägi von Rosmarie Maag, der grossen „Chumm und mach mit!“-Pionierin, für 15 Jahre die Leitung der Langlauf- und Winterwanderwoche, während Edi Gubler seit der Einführung der Wanderferien im Jahr 2001 in deren Leiterteams mitwirkte.

Der diskrete Blick auf die Schuhe

Bereits ein Jahr zuvor waren in Urdorf die Tages- und Halbtageswanderungen ins Leben gerufen worden. Für unsere beiden Protagonisten war nichts selbstverständlicher, als sich auch hier zu engagieren. Seither haben Richi Kägi und Edi Gubler je rund 80 Wanderungen geleitet, die einen an der Spitze des Tatzelwurms, die andern – nicht weniger anspruchsvoll -  an deren Ende.

Gefragt, worin denn genau die Aufgabe eines Wanderleiters bestehe, antwortet Edi Gubler: „Ist ein Wandervorschlag an der Wanderleitersitzung ins Jahresprogramm aufgenommen worden, so muss die Wanderung  zuerst mal rekognosziert werden. Dabei werden Fragen geklärt wie: Welches sind die idealen ÖV-Verbindungen, welche Verpflegungsmöglichkeiten bieten sich an, gibt es Gefahrenstellen, wo können Pausen eingeplant werden,  wieviel Zeit muss eingerechnet werden? Anschliessend wird die Ausschreibung verfasst und drei Tage vor der Wanderung über deren Durchführung oder Verschiebung entschieden.“ Verschmitzt lächelnd fügt Gubler an: „Bei der Besammlung warf ich jeweils auch einen diskreten Blick auf die Kleidung und Schuhe der Teilnehmenden.“ Sehr wichtig während der Wanderung sind jeweils die Orientierung über unmittelbar Bevorstehendes sowie eine Tempovorgabe, bei der sich auch Teilnehmende mit suboptimaler Kondition wohlfühlen.

Kurioses und Dramatisches

Natürlich haben Richi Kägi und Edi Gubler als Wanderleiter auch immer wieder Denkwürdiges erlebt. Dazu gehört, dass gewissen Wandervögeln auch schon mal die aus dem Leim fallenden Schuhe mit Kabelbindern und Schnüren zusammengeflickt werden mussten. Im Toggenburg konnte einst ein Wildbach nur überquert werden, nachdem die Gruppe mit grossen Steinen einen notbehelfsmässigen Steg gebaut hatte. Und einmal konnte eine vorgesehene Route nach einem lokalen Sturm erst begangen werden, nachdem die Gemeinde auf schriftliches Ersuchen hin den Weg freisägen liess. Besonders Edi Gubler erlebte aber auch deutlich Dramatischeres. Dreimal in seiner 17-jährigen Karriere als Wanderleiter musste er Nothilfe organisieren, weil ein Teilnehmer kollabierte – in Anbetracht des teils respektablen Alters seiner  Klientel  nicht ganz überraschend. 

Nun also haben sich die beiden äusserst verdienten und beliebten „Chumm und mach mit!“ - Exponenten entschieden, etwas kürzer zu treten und sich an den Urdorfer Seniorenaktivitäten wieder wie zu Beginn ihrer Karrieren genüsslich als Mitläufer zu beteiligen. Diesen „aktiven Ruhestand“ haben die beiden redlich  verdient!

Eine Übersicht der „Chumm und mach mit!“-Aktivitäten 2017 kann übrigens unter www.urdorf.ch Freizeit/Kultur/Sport (Vereine) runtergeladen werden. „Chumm und mach mit!“ kennt übrigens keine Altersgrenzen, weder nach oben noch nach unten.

Meistgesehen

Artboard 1