Jennifer Stieger hatte die Idee für den diesjährigen Ausflug der Feuerwehr Oberengstringen. Die Leute beschäftigten sich intensiv mit der Stadt Zürich: Zuerst fühlten sie dem Lindenhof auf den Zahn, dann gingen sie auf den Sankt-Peter-Turm. Schliesslich durchstreiften sie die Stadt auf dem Foxtrail.

Im 1. Jahrhundert nach Christus stand auf der eiszeitlichen Endmoräne des Lindenhofs eine keltische Siedlung, erzählte die Historikerin Lydia Muralt. Davon zeugten Münzenfunde. Im 2. Jahrhundert soll dort ein römisches Kastell gestanden haben mit zehn Wachttürmen. Die Bezeichnung Stationis Turicensis weist auf eine römische Zollstation mit dem Namen Turicum für Zürich hin. Dort soll es damals auch ein öffentliches Bad gegeben haben. Im 5. Jahrhundert kamen die Alemannen, das Kastell blieb bestehen. Im Frühmittelalter stand auf dem Lindenhof dann eine Pfalzburg. Der Lindenhof stützt sich auf die Mauern des römischen Kastells. Einzelne Überreste der Gebäude konnten die Feuerwehrleute mit der Führerin unter dem Lindenhof besichtigen, auch eine römische Therme mit Unterbodenheizung.

In der Nähe des ehemaligen Römerkastells Lindenhof liegt die Kirche St. Peter mit dem 8,7-Meter-Zifferblatt. Dort erzählte der ehemalige Kirchgemeindepräsident Max Flückiger vom Zürcher Bürgermeister Rudolf Brun, der dort begraben liegt. Er hat der Stadt die Kirche abgekauft. So gehört wohl die Treppe in den Turm der Kirche, der Turm selber aber der Stadt. In früheren Zeiten fand dort ein emsiges Treiben statt. Bis 1900 wirkte im Turm der Kirche, deren Grundriss in den Jahren dauernd erweitert wurde, ein städtischer Glockenaufzieher, eine Feuerwache und ein Wassertrompeter. Genau um 11 Uhr waren die Feuerwehrleute im Glockenstuhl, als die Glocken fünf Minuten zu läuten begannen. Selbstverständlich hielten sich alle wegen des Schalls die Ohren zu.

Die Feuerwehrleute verbrachten die Mittagspause in der Spaghetti Factory. Dann teilten sie sich in vier Teams auf und gingen vier Stunden lang auf vier verschiedene orientierungslaufähnliche Foxtrails durch die Stadt und trafen schliesslich in der Commihalle alle wieder zusammen, wo sie beim Imbiss Jennifer Stieger dankend applaudierten.          Heinz Stocker