Seit dem 1. Januar 2013 gilt der neue Erwachsenenschutzrecht nach dem jeder Person das Recht zur Selbstbestimmung zusteht. Die Patientenverfügung stellt eine Form der Selbstbestimmung in der letzten Phase des Lebens dar.

Dr. med. Andreas Petrin, er war viele Jahre als Hausarzt im Limmattal tätig, stellte anlässlich der Veranstaltung des Seniorenrates Dietikon vom 29.Mai 2013 den zahlreichen Anwesenden die Patientenverfügung und deren Zweck vor.

 Dr. A. Petrin führte aus, dass diese Verfügung von der urteilsfähigen Person kann kurz und bündig, aber auch ausführlich abgefasst werden kann:

·  Der Unterzeichner der Patientenverfügung erklärt, dass seine Anordnungen für den Fall gelten, dass er (der Unterzeichnete) nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen kund zu tun.

·  Der Unterzeichner nennt die wichtigsten Bezugspersonen. Gegenüber diesen Personen werden die Ärzte von ihrem Berufsgeheimnis entbunden. Die genannten Personen vertreten den Unterzeichneten im Falle der Entscheidungsunfähigkeit und dürfen Entscheidungen treffen, die er in seiner Patientenverfügung definiert hat.

·  Der Unterzeichner beschreibt die Situation oder die Situationen, für welche seine Anweisungen gelten, Beispielsweise wenn die elementaren Lebensfunktionen, z.B. Atmung und, Kreislauf, so schwer beeinträchtigt sind , dass das Leben nur durch einen anhaltenden (nicht kurzfristigen) Einsatz von intensivmedizinischen Massnahmen aufrechterhalten werden können.

·  Der Unterzeichner listet die Massnahmen auf, welche in den genannten Situationen getroffen oder eben nicht getroffen werden sollen. Als Beispiel erwähnte Dr. Petrin, dass angegeben werden kann, ob im Fall eines plötzlichen Herz-Kreislauf-Atemstillstandes wiederbelebende Massnahmen durchgeführt werden sollen, oder ob diese unerwünscht sind: „Will ich einen schnellen Herztod akzeptieren, oder nicht?“

 Eine Patientenverfügung bedeutet nicht, dass der Verfasser/Unterzeichner in seiner letzten Lebensphase auf eine ganzheitliche medizinische und pflegerische Behandlung - mit dem Hauptziel die bestmögliche Lebensqualität zu erreichen und aufrechtzuerhalten - verzichten muss.

Dr. Petrin betonte, dass die Patientenverfügung kein „Muss“ ist. Wenn aber vom Selbstbestimmungsrecht mittels Verfügung Gebrauch gemacht wird, so sollte dem Unterzeichner die Tragweite und Bedeutung dieser Entscheidungen klar sein. Er empfahl daher, sich vor dem Verfassen einer Patientenverfügung mit dem Hausarzt zu besprechen, aber auch mit den Angehörigen, um bekannt zu geben, dass eine Verfügung vorliegt.

Die anschliessende Möglichkeit Fragen zu stellen und zu diskutieren wurde von den Anwesenden rege benutzt.

Hans-Georg Imhof, Dietikon