Am Donnerstagabend war der HC Einsiedeln in der Dietiker Stadthalle zu Gast. Die Schwyzer wurden ihrer Favoritenrolle nicht gerecht. Die Hausherren gewannen mit 25:24. Fast hätte man das Spiel aber noch aus der Hand gegeben.

Katicic mit super Comeback

Es war eine spezielle Situation, mit der der HCDU sich abfinden musste. Gleich fünf Spieler aus der 2. Mannschaft waren aufgeboten. Sie sollten das Team verstärken. Allerdings hatte man kaum zusammen trainiert. Doch das merkte man nicht. Tobias Zatti stand im rechten Rückraum von Beginn an auf der Platte und zeigte den gegnerischen Verteidigern gleich einmal die Grenzen auf. Er warf die Tore Nummer fünf und sechs für den HCDU. Zuvor waren auch je zweimal Reymond und Burla für die Treffer zuständig. Weil ein anderer Akteur aus der 2. Liga – namentlich Josip Katicic – seinen Kasten fast dicht hielt, stand es nach zehn absolvierten Minuten bereits 6:1 für den HC Dietikon-Urdorf. Was für ein Start!

Der HC Einsiedeln schonte bis auf Daniel Varga seine Spieler aus dem Ausland zu Beginn der Partie. Als Trainer Christoph Bingisser gar nicht mehr zusehen konnte, führte der HCDU mit 7:2. Dann kamen nach und nach Grisanovs, Pleta und Vorobjovas auf das Spielfeld. Doch bis sie auf Touren kamen, dauerte es auch noch einen Moment. Grisanovs sah seine Schüsse von Katicic pariert. Der 30-jährige Torhüter schien praktisch unüberwindbar.

Nach etwas mehr als 20 Minuten netzte dann Grisanovs gleich zweimal hintereinander für Einsiedeln ein und verkürzte auf 10:6. Das war so etwas wie der Startschuss zur Aufholjagd der Gäste. Die konnte aber erst nach der Pause gestartet werden. Denn der HCDU konnte seinen Vier-Tore-Vorsprung mit in die Kabine nehmen. Bei 13:9 wurden die Seiten gewechselt.

Einsiedeln kommt zurück

Den besseren Start in den zweiten Umgang erwischte Einsiedeln. Martin Betschart eröffnete mit dem Tor zum 13:10. Gleich danach folgte die beste Phase von Daniel Varga. Der grossgewachsene Spieler erzielte zwei Tore aus dem Rückraum und schoss dann einen Penalty an Katicics Ohr vorbei. Seine Entschuldigung war dann nicht ganz ernst gemeint, sondern von einem schelmischen Lächeln begleitet. Weil der HC Dietikon-Urdorf im Angriff nicht mehr traf – das hatte auch damit zu tun, das Theo Ulrich immer stärker parierte – kam Einsiedeln kurz vor der 40. Minute durch Vorobjovas zum Ausgleich. Und nur wenig später traf Skirmantas Pleta sogar zur Führung für die Gäste.

Die wohl wichtigste Parade der ganzen zweiten Halbzeit gelang Katicic beim Stand von 15:17 gegen Christoph Sutter. Im Gegenangriff fing sich Pleta eine Zwei-Minuten-Strafe, was dem Heimteam natürlich in die Karten spielte. Als Pleta seine Strafe abgesessen hatte, führte der HCDU bereits wieder. Er hatte die Überzahl perfekt ausgenützt.

Nächster Gegner ist Wohlen

Das Spiel aber blieb für beide Mannschaften ein Wechselbad der Gefühle. Tarek Grendelmeier traf nach 48 Minuten zum 20:17. Die Hausherren schienen sich wieder absetzen zu können. Doch Einsiedeln reagierte wiederum. Hinten liessen sie während sechs Minuten keinen Treffer zu und vorne gelang ihnen der Ausgleich. Knapp sechs Minuten vor dem Ende brach Reto Caprani mit einem Schuss ins Lattenkreuz den Bann noch einmal. Die Partie wurde nun auch emotional.

51 Sekunden vor dem Ende gelang Martin Betschart der 24:24-Ausgleich. Mit einem langen, zum Schluss wunderbar herausgespielten Angriff hatte der HCDU seine letzte Aktion. Grendelmeier schloss sie sechs Sekunden vor dem Ende mit seinem dritten Tor ab. Einsiedeln bezog dann noch das Timeout und besprach die Taktik des letzten Angriffs. Doch der Ball ging verloren und das Feiern bei Dietikon-Urdorf begann. Der Sieg war unerwartet, aber dennoch verdient. Am Wochenende geniesst Dietikon-Urdorf spielfrei. Die nächste Partie findet am 8. Oktober in Wohlen statt.

HCDU mit: Katicic / Crippa (für 3 Penaltys); Anderegg (1), Blättler (1), Brandt, Burla (5), Caprani (2), T. Delay, Grendelmeier (3), Imhof (1), Polozani (4/4), Reymond (4), Rüegg (1), Zatti (3).