Auch im 2018 organisierte die Pfarrei St. Johannes Geroldswil eine Wallfahrt. Eine muntere Schar traf sich am Sonntag, 2. September, frühmorgens am Bahnhof Dietikon. Mit Bus und Zug erreichten wir das zugerische Alosen, von wo wir zum Ratenpass mit 1‘077 m ü. M. gelangten. Eine kurze Wanderung führte uns zur Kapelle St. Jost, wo uns ein erster Impuls erwartete. Neben Jakobus war der heilige Jost im Mittelalter einer der wichtigsten Patrone der Pilgerinnen und Pilger. Aufgewachsen in der Bretagne, wurde er später Kaplan in der Picardie. Nach einer Rom-Wallfahrt zog es ihn später vermehrt in die Einsamkeit. Noch heute erinnert der Name der Ortschaft St-Josse-sur-Mer an sein Wirken. Nach seinem Vorbild lebte zwischen dem frühen 17. Jh. und 1883 jeweils ein Einsiedler auf St. Jost, dem höchsten Punkt des Ägeritals auf dem Pilgerweg nach Einsiedeln. Diese Männer führten ein asketisches Leben, hüteten die Kapelle, läuteten die Betglocke und riefen den Alpsegen aus.

Den Gottesdienst, in welchem auch wacker gesungen wurde, schlossen wir mit dem Wettersegen und mit Gedanken an die Daheimgebliebenen ab. Wallfahren macht auch hungrig. Nach einem leckeren Mittagessen aus dem Rucksack gab es im Bergbeizli einen stärkenden Kaffee. Dann starteten wir unter fachkundiger Leitung von Paul Keller, der wie jedes Jahr die Wallfahrt genau vorbereitet hatte. Entlang dem Hochmoor erreichten wir nach zwei Stunden den Verkehrsknotenpunkt Biberbrugg im Kanton Schwyz. Erfüllt von vielen Eindrücken, guten Gesprächen und aufschlussreichen Begegnungen kam unsere Reisegruppe wohlbehalten an Leib und Seele wieder im Limmattal an. Herzlichen Dank allen für diesen gemeinsamen Sonntag. Im heutigen Zeitalter hat gerade ein solcher gemeinschaftlicher Ausflug eine grosse Wichtigkeit.

Markus Binder, Pfarreirat St. Johannes, Geroldswil