Punkt 8.00 Uhr am letzten Samstagmorgen im September wurde die Fahrt der Dietiker Trychler nach Stuttgart unter die Räder genommen.

An Bord 40 bestens gelaunte Trychler und Geisslechlepfer, 5 Ehrendamen und hinter dem Bus angehängt auf einem Anhänger verladen der eigene Sujet-Wagen.

Nach einer rund einstündigen Fahrt durften wir das erste Mal „änet a de Grenze“ deutsche Köstlichkeiten in einem gemütlichen Landgasthof bei unserem „Znüni-Halt“ zu uns nehmen……

Anschliessend direkte Fahrt nach Stuttgart wo wir um 13.00 Uhr ankamen. Wie sollte es anders sein, wenn man mit Steig-Bag-Reisen unterwegs ist, ist natürlich bereits das Mittagessen angesagt und dies im bekannten Stuttgarter Restaurant Ochs`n-Willi. Kulinarische, schwäbische Köstlichkeiten aus dem “ Pfändle“ und das erste richtige Mal der Griff an einen Bierhenkel der so richtig kräftig in die Hände passte.

Nach dem Hotelbezug ging es dann mit einer hochstimmungsvollen Fahrt zur Cannstatter Wasen.    Keiner konnte es mehr erwarten, von weitem sah man die wuchtigen Riesenrade, die fast himmelstreifenden Fun-Bahnen, die riesigen, wunderschönen verkleideten Festzelte und die tausenden von Leuten in feschen Dirndl und Lederhosen, die alle auf der Cannstatter Wasen friedlich flanierten.

Punkt 17.30 Uhr wird noch schweizerisches Brauchtum in das ganze Festgeschehen reingemischt. Unser Aufmarsch mit Chlepfer und Trychler durch das Festgelände und anschliessendem Einmarsch in die Almhütte wo man uns erwartete. Schnell durften wir erkennen, dass unser eidgenössisches Brauchtum bei den tausenden Festbesuchern aus aller Welt bestens ankam, sie applaudierten, ruften uns freudig zu, hielten den Daumen hoch oder schickten uns einfach ein freudiges lächeln zu.

Der Abend verbrachten wir in der urigen Almhütte, wenn man ehrlich ist auch bei unseren Leuten wurde das Abendessen meistens in flüssiger Form eingenommen. Mancher von uns nahmen die Worte jedes Arztes ernst..." mal soll mindestens 3 Liter trinken im Tage…..“

Fazit: Stimmung vom höchsten - Pur, kein sitzen mehr auf den Bänken und bis zum Schluss hatten wir mit allen Leuten kontakt in der Almhütte, die Einen sogar etwas intensiveren…!

Punkt 23.00 Uhr war der Ausmarscharsch angesagt. Tja, die Einen standen schon ein wenig wie vom Winde verweht in den Reihen aber schlussendlich haben das Ziel, nämlich der Car, fast alle erreicht.

Dietikon grüsst Cannstatt

Nach ein paar Stunden Schlaf wusste jeder, dass der sonntägliche Höhepunkt mit dem Cannstatter Volksfest Umzug anstand. Hier gab es kein kneifen, egal wie sich jeder die letzten Stunden auf diese      4 Kilometer lange Umzugstrecke vorbereitet hatte. Da wir eine der letzten Umzugsnummern waren, konnten wir vorgängig die grosse vieleisteige Umzugszusammensetzung bestaunen. 8-6-4er Brauerei – Gespanne als Pferdefuhrwerke, Präsentationen alter Handwerke, Ziegen- und Ochsengespanne, freilaufende Schweine, alte Autos, Pferdekutschen aller Art, diverse Spielmannszüge und Trachtenkapellen, Prinzen, Königinnen u.v.m. Dies alles zum grossen Staunen unserseits… Da muss man wirklich auch als Schweizer neidlos zugestehen, apropos Brauchtum und Traditionen haben die Deutschen wirklich einen drauf!

Die Umzugsnummer 96 gehörte aber uns, wir waren natürlich höchst gespannt wie wir unser Brauchtum bei den Schwaben anbringen können. Siehe aber da, kaum ein Schritt in der Umzugsstrecke ging es mit den Beifallsstürmen der tausenden Umzugszuschauern los. So wie wir vor dem Umzug über ihr vielfältiges Brauchtum geschwärmt haben, schwärmten sie von uns. Es wurde gestaunt, gewinkt, geklatscht, grüezi Schweizer gerufen, Küsschen verteilt, gefilmt, fotografiert u.s.w.

Wir merkten richtig unser Brauchtum kannten viele nicht am Strassenrand. Die voll auf uns zugeschnittene Umzugsstrecke in den Gassen der Cannstatter - Altstadt liessen unsere Geissle vollends knallen und die Trychle mit höchster Präzision tönen. Dies flankiert von tausenden von Zuschauern.

Speziell war natürlich auch der Durchzug vor der Ehrentribüne und dem SWR–Fernsehen. Entgegennehmen durften wir grosse Begeisterungs- und Beifallsstürme die wir die letzten 20 Jahren noch selten erlebt haben.

Das wir am Mittag vier Kilometer marschiert waren, merkte man anschliessend nach dem Umzug unseren Leuten nicht im Kleinsten an. Nochmals wurde auf den Bänken im Grandls Hofbräuzelt stundenlang gefeiert, getanzt, die Krüge gestemmt, die Tablare voller Schnäpse bestellt und dies vom  18 – 83 Jährigen.

Am Montag um 12.00 Uhr war der Car wiederum geladen und unser Sujet - Wagen angehängt.       Sicher etwas Müde aber mit vielen, erlebnisreichen, intensiven und fröhlichen Stunden in der Erinnerung ging die Fahrt langsam wieder nach Hause.                                                                                   Jeder wusste natürlich im Car, wenn man mit Steig-Bag-Reisen unterwegs ist, dass man sicher nicht direkt und vor allem nicht mit leeren Magen nach Hause kommt. So wurde noch einen Abstecher in den Schwarzwald gemacht und zwar in den bestbekannten Gasthof Tannen- Mühle. Diese Schwarzwaldküche verwöhnte uns zum Abschluss unserer 3- tägigen Reise nochmals vom Feinsten.

Um 20.00 Uhr sind wir in Dietikon angekommen, einerseits mit viel Gepäck im Car, aber auch mit vielen, wunderschönen Erinnerungen, dessen bereits die schon attraktive 22 jährige Trychler-Gruppengeschichte wieder durch neue erlebnisreiche Geschichten prägen wird.

Ein herzliches Dankeschön an Markus Steiger und Jörg Dätwiler für die Mit-Organisation.                   Hadi Meier der immer mit viel Herzblut unser Sujet - Wagen bereitstellt und natürlich unseren charmanten 5 Ehrendamen die noch zusätzlich „das Tuepfelchen auf das i“ setzten.        

Zum Schluss allen Trychlern und Chlepfern die Dietikon auf der grossen internationalen, traditionellen Brauchtums-Bühne in Stuttgart würdig und ehrend vertreten haben.

Trychlergruppe Dietikon

Pius Baggenstos                                                                                                                             ww.trychlergruppe-dietikon.ch