Zweimal im Monat tanzt im Reppischhof eine Gruppe mutiger und lebensbejahender Menschen. Dancer’s World ist stolz und freut sich sehr, dass sich gerade diese Paare aufs Parkett wagen und sich nicht verstecken. Mit dem Tango-Kurs bietet Harry Zwahlen eine Gegenwelt zum beschwerlichen Alltag und lässt die Betroffenen auftanken.

Mehr als 15000 Menschen in der Schweiz leiden an Parkinson. „So viele – und ich dachte ich sei etwas Besonderes“, meinte mit Galgenhumor O. Fischer, der an der neurodegenerativen Erkrankung, die Einschränkung, Behinderung und im schlimmsten Fall Pflegebedürftigkeit bedeutet, leidet. Da die Ursachen der Erkrankung, bei der es zum fortschreitenden Untergang von Nervenzellen im zentralen Nervensystem (vor allem im Gehirn) kommt, bisher unbekannt sind, gibt es keine Heilung.

Auch wenn Komiker Fischer locker witzelt über die Krankheit, bei der Diagnose stürzt für die meisten eine Welt zusammen. Doch „mit Parkinson kann man gut leben, wenn man die positive Einstellung zum Leben hat“, meinen mehrere Betroffene.

Das Rätsel Parkinson ist nicht lösbar. Die Frage: „Warum gehorcht mein Körper nicht“, könnte Menschen verzweifeln und resignieren lassen. Aber es gilt, die Lebensqualität hoch zu halten. Darum tanzen Parkinsonbetroffene bei Dancer’s World. Beim Tango folgt man in erster Linie der Musik, geniesst bei der Aktivität die Zweisamkeit mit seiner Partnerin oder seinem Partner und zwingt die Krankheit in die zweite Reihe. Das Freizeiterlebnis, die Nähe, die Bewegung und das frohe Miteinander bringen Erholung, machen Spass und lassen die Lebensfreude wachsen. Am Samstag alle zwei Wochen steht in der Agenda der Tanzschule: Parkinson Tango. Da treffen sich Menschen auf dem Parkett, die nicht aufgeben, und deshalb durchaus etwas Besonderes sind.