Frühlingsanfang! Nach dem langen Winter erwartete man diesen Tag sehnsüchtig. 30 Birmensdorfer meldeten sich für die März- Wanderung im Zürcher Unterland an. Um 8:09 fuhren wir mit der S9 in den HB und um 8:40 weiter nach Bülach. Hier war die Umsteigezeit für das Postauto 525 mit Abfahrt um 9:04 knapp. Der Chauffeur wartete jedoch auf uns. Nach 5 Minuten Fahrt durch Bülach stiegen wir bei dem Gemeindehaus in Höri wieder aus. Gegenüber der Haltestelle steht ein 200 Jahre altes Riegelhaus, die „Wirtschaft zur alten Trotte“, wo wir unsere Kaffeepause machten. Werner und Maria spendierten uns Getränk und Gipfeli, herzlichen Dank dafür. Um 9:45 begann die Wanderung bei angenehmem Wetter. Wir gingen ein kurzes Stück durch Häuser von Endhöri bevor wir die Glatt erreichten. Gut sichtbar ist hier die Durchmischung der nördlichen Agglomeration von Zürich zwischen Landwirtschaft, Industrie und Siedlungen. Tiere, ausgedehnte Äcker, Industrie, moderne Bauten, typische Riegelhäuser (Dreisässenhäuser, bei denen Wohnteil, Tenn und Stall unter einem Dach vereinigt sind), Landstrassen, Autobahnen, Bahnlinien, kanalisierte Flüsse und Flugschneisen zeigen den eigenartigen Charakter. Wir gingen ungefähr einen Kilometer dem Wasser entlang bis zur Brücke bei Oberhöri, wo wir den Fluss verliessen. Nach einem kurzen Aufstieg hatten wir gute Sicht auf den fernen Alpenkranz und auf das Neeracherried. Dieses Naturschutzgebiet ist das grösste Flachmoor der Schweiz und hat nationale Bedeutung. Die Riedfläche dient einer grossen Zahl von Vögeln als Brutgebiet und vielen anderen als kurzfristiger Aufenthalts- und Rastplatz. Es bietet aber auch Lebensraum für Insekten und Amphibien. Von Beobachtungstürmen kann man die Natur hautnah erleben. Wir umwanderten das nördliche Ende des Moors auf einem schmalen Pfad bevor wir die Autostrasse überquerten und die Häuser von Riedt bei Neerach erreichten. Wir gingen durch den Ort und machten bei Langgraben bei einem schönen Spielplatz mit Sitzgelegenheit den Stundenhalt. Nur Ottis Hund war überhaupt nicht müde und suchte ständig nach Opfern, die ihm den Stecken warfen. Der aufkommende Wind liess uns bald wieder aufbrechen. Wir nahmen Kurs auf Obersteinmaur. Leider begann es bald zu regnen und sehr stark zu winden über dem offenen Feld. Einen Schirm offen zu halten war schon fast ein Kunststück. Ausser Krähen waren keine anderen Tiere zu sehen. Wir beeilten uns um ins Trockene zu kommen. Früher als geplant erreichten wir eine Viertelstunde vor 12 Uhr den “Gasthof Kreuz“ in Steinmaur.  In hübscher Ambiance genossen wir das feine Essen, zu dem drei weitere Personen dazukamen. Von Restaurant aus hat man Sicht auf den Kirchturm, wo wir ein Storchenpaar im Nest auf dem Turm entdeckten. Das Dorf wurde bereits im Jahre 933 erwähnt als „Stenin Muro“. Unser Gasthof wurde 1782 erbaut und nach einer Feuersbrunst 1935 wieder aufgebaut und 1961 renoviert. Im Ort, der kleiner ist als Birmensdorf, gibt es mehrere metallverarbeitende Betriebe. Wer hat die schönen gegossenen Hydranten bemerkt?

Inzwischen war das Wetter wieder gut und unsere Kleider trocken. So begannen wir um 14 Uhr die einstündige Wanderung am „Totenweg“ über Mirnenhof und Rosenhof nach Schöfflisdorf. Links ist der Ausläufer der Lägernkette mit dem imposanten Städtchen Regensdorf zu sehen. Schwarze Wolken zogen auf und tatsächlich bekamen wir die Launen des „Aprilwetters“ noch einmal zu spüren. Wir gingen durch den Friedhof von Schöfflisdorf Richtung Bahnstation. Bei Sonnenschein warteten wir auf die S55 und fuhren um 15:16 nach Oberglatt, stiegen dann in die S5 um bis Hardbrücke und erreichten Birmensdorf mit der S15 um 16:08.

Franz Farkas