Wirtschafts-Brunch vom 13. November 2013               CVP Bezirk Dietikon            Logo

Nachwuchsförderung in Sport und Wirtschaft

Mit dem ehemaligen 800 Meter Weltmeister André Bucher gelang es den Organisatoren, einen Top-Referenten für den diesjährigen Wirtschafts-Brunch zu gewinnen. Bereits zu früher Morgenstunde 7:30 Uhr fand sich eine stattliche Anzahl interessierter Zuhörerinnen und Zuhörer im Stürmeierhuus in Schlieren ein.

Packend und ohne Berührungsängste berichtete der Referent aus seiner Läuferkarriere und seinem heutigen Alltag als Sportnachwuchsförder des Kantons Zürich. Immer wieder zog er nachvollziehbare, teilweise humorvolle Parallelen zu Sport und Wirtschaft. Beide bewegen sich in einem ähnlichen Spannungsfeld. Beide suchen früh die Besten, die Begabtesten, die grössten Talente mit dem grössten Potential. Beide, Wirtschaft, aber vor allem auch der Sport, haben nicht unbeschränkte Mittel für diese Förderung zur Verfügung.

Ideale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Sportler seien neben, Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination, räumlicher Orientierung und fokussiertem Einsatz vor allem auch Fleiss und Durchhaltewillen. Alles Eigenschaften, die einem erfolgreichen Exponenten der Wirtschaft ebenfalls von Nutzen sind.

Die aufmerksamen und – meist sportbegeisterten – Zuhörerinnen und Zuhörer unterschiedlichen Alters erfuhren, dass der jüngste Trend, bereits 8 und 9-jährige ausschliesslich für eine Sportart herauszupicken, um diese gezielt zu fördern und auf Höchstleistung zu trimmen, nicht selten misslinge.

Noch bis vor kurzem durchliefen Jugendliche eine umfassende, sportliche Grundausbildung über Turn- und Sportvereine, häufig wurden sie erst mit 16 bis 18 Jahren für eine spezifische Sportart rekrutiert, bis dahin konnten sie vieles ausprobieren und erfuhren meist eine breit angelegte, sportliche Entwicklung. In diesem Zusammenhang stelle sich die Frage; reichen Motivation und Leidenschaft für eine ganze Sportkarriere aus, wenn Jugendliche zu früh selektioniert und auf eine Sportart reduziert werden?

Pro Jahr investiere der Kanton heute Fr. 750 000.- für die Sportförderung, dennoch reicht die Begeisterung und der Durchhaltewillen des Jugendlichen allein nicht aus, je nach Sportart müssen die Eltern einen nicht unbedeutenden finanziellen Beitrag leisten, was für eine Familie mit mehreren Kindern kaum verkraftbar sei. Die Sportförderung koordiniert und plant mit den Verbänden, unterstützt 2500 Jugendliche mit 50 Leistungszentren, zwei Kunst- und Sportschulen sowie dem neuen Sportgymnasium.

Zu erwähnen bleibt, dass nicht alle Absolventen dieser Institute im Sport reüssieren. Aber auch jene, welche Erfolg haben, sind damit nicht automatisch auf Rosen gebetet. Viele Sportler müssten trotz hervorragenden Leistungen mit einem sehr bescheidenen Verdienst auskommen, deshalb legt die Sportförderung grossen Wert auf eine gute schulische und berufliche Ausbildung.

Daneben sei der Sport aber auch eine ausgezeichnete Lebensschule, man lerne mit Sieg und Niederlage umgehen und sich leidenschaftlich auf ein Ziel zu konzentrieren.

Auf die Frage, welche Leidenschaft ihn heute antreibe, erklärt André Bucher er sei immer noch ein Running Man, seine Leidenschaft gehöre heute aber der Familie, seiner Frau und den drei Kindern, Katz und Hund. Seine Begeisterung für den Sport weiterzugeben, erfülle ihn aber mit grosser Befriedigung.

Nach einigen Fragen aus dem Publikum setzt sich Herr Bucher zum kleinen Frühstück zu den Gästen und tauscht sich locker mit den Anwesenden aus, bevor alle ihre Arbeit wieder aufnehmen im Kampf um die besten Talente.

Bruno Hüppi 13. November 2013