«Es ist mir, auch, wenn es mir ganz schlecht gegangen ist, immer gewesen, als hätte ich etwas zu sage, etwas, das ausser mir keiner imstande wäre auf diese Art zu sagen.» (Friedrich Glauser (1896-1938)

Neulich in Schlieren anfangs November 2017. Es nieselt. Es ist kalt, und es ist unfreundlich. Tröstlich weisen Lämpchen mit ihrem Licht den Besucherinnen und Besuchern den Weg zum Pavillon Heckmann. Genau das richtige Wetter, den Abend bei einer Lesung ausklingen zu lassen. Kerzenschein taucht den hohen Raum in ein warmes Licht. Nach und nach füllt sich der Raum mit den Gästen.

Auf dem Programm steht heute Friedrich Glauser. Und Hand aufs Herz, liebe Leserinnen und Leser. Was wissen Sie über den Menschen Friedrich Glauser? Was fällt Ihnen zu Glauser - neben der Tatsache, dass er den Wachtmeister Studer erfunden hat - ein? Wer war dieser Mensch? Um den Menschen und Schriftsteller kennenzulernen, hat Ursula Gächter den Literaturkritiker Hardy Ruoss und den Schauspieler Peter Kner zum Literaturabend des Frauenforums der FDP Schlieren eingeladen.

Glauser hat die grossen Themen der Schweizer Literatur des 20. Jahrhunderts eröffnet: die Identitätssuche eines Unangepassten, die Hassliebe zur Schweiz, die Fluchtversuche, um der Enge zu entkommen, den Filz der Mächtigen. Der schmale Grat eines Aussenseiters zwischen Normalität und Wahnsinn. Glauser − früh Halbwaise, danach Heimkind, Dadaist, Fremdenlegionär − durchlebte selber alle diese Lebensphasen mit einer Intensität, die seiner Literatur Kraft gibt. Seine Kriminalromane mit Wachtmeister Studer sind inzwischen Klassiker geworden.

Dies alles und noch viel mehr, haben wir über Friedrich Glauser von Hardy Ruoss erfahren. Mit seinem immensen Wissen fesselt er das Publikum im Nu. Peter Kner liest dazwischen ausgewählte Passagen aus Glausers Werken. Die Gäste sind begeistert. Am Ende gibt es viel Applaus für Hardy Ruoss, für Peter Kner und für Mariann Heckmann, die wie all die Jahre zuvor den Umtrunk spendet.

Ursula Gächter, Frauenforum der FDP Schlieren