Urdorf

Kulturreise zum 40-Jahre-Jubiläum

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Dieses Jahr feiert der Oekumenische Kirchenchor Urdorf sein 40-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum machte er sich für einmal selber ein Geschenk – mit einer zweitägigen Kulturreise.

Unsere Reise führte uns zunächst ins luzernische St. Urban. Die barocke Kirche des eins­ti­gen Zister­zien­serklosters imponiert durch die prächtige Fassade, die beiden Türme. Im Innern kontrastiert die schlichte Gestaltung des Schiffs mit dem Chor und dem kunstvollen Chorgestühl; zusammen mit der prachtvollen Orgel ein beein­drucken­des Kunstwerk.

Nach einer Kaffeepause ging die Fahrt weiter nach dem bernischen Trachselwald. Beim Schloss erzählte uns der einheimische Lorenz Mühlemann vom Schicksal der Täufer, die, von der Obrigkeit wegen ihres Glaubens verfolgt, in den Verliesen des Schlosses gefangen waren. Auch Niklaus Leuenberger, der bekannte Führer im Bauern­krieg, verbrachte dort eine Nacht, ehe er in Bern hingerichtet wur­de. Und der zum Schloss gehörenden Gutsbetrieb beherbergte einst die auf Vermitt­lung von Jeremias Gotthelf errichtete Armener­zieh­ungsanstalt für Jugend­liche.

Im Dorf rüsteten wir uns mit einem währschaften Mittagessen für weitere kulturelle Höhepunkte im Restaurant ʺTanneʺ, das mit der renovierten reformierten Kirche und der ehemaligen Landschreiberei einen markanten Dorfkern bildet und wo Leuen­ber­ger seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte.

In der Landschreiberei zeigte uns Herr Mühlemann am Nachmittag in der Land­schrei­berei das von ihm gegründete und geleitete erste und einzige Zithermuseum in der Schweiz.

Den ersten Tag beschlos­sen wir im Hotel Bären in Sumiswald, wo der ʺSpinnentischʺ aufbewahrt wird. Er spielt eine Rolle in der Sage von der ʺSchwarzen Spinne“, die Jeremias Gotthelf in seiner gleichnamigen Novelle dichterisch verar­bei­tet hat. Und unweit vom Hotel Bären liegt das Hotel Kreuz. Dessen Saal im ersten Stock war 1955 Schauplatz von Franz Schnyders Gotthelfverfilmung «Uli der Päch­ter» mit Hannes Schmid­­hauser und Lilo Pulver.

Der zweite Reisetag begann mit einem Aus­flug zum Haslebacherhof, einst Wohnsitz des hingerichteten Täuferführers Hans Hasli­bacher. Noch heute bewirtschaften seine Nach­fah­ren das Anwesen, zu dem ein kleines Museum gehört. Jedes Jahr kommen Nach­fahren aus Sachsen, aus Holland und Übersee auf der Suche nach Spuren ihrer Vor­fahren hierher.

Nach einem Spaziergang über die Hochebene mit ihren grünen Wiesen und schmucken Bauernhöfen nach Wasen führte unsere Reise weiter nach Trub­schachen, wo uns bei der Firma Kambly süsse Verlockungen erwarteten.

Vollbepackt mit Süssigkeiten brachen wir auf zum letzten Etappenziel: nach Bero­müns­ter mit dem sehenswerten Stift und dem Stiftsbezirk. Hier begegnete uns die Pracht der im barockenen und Ro­ko­ko­stil erbauten Kirche, die feudalen Gebäude der Chorherren, der gross­zügige Kreuzgang und die beiden mit Intarsien reichlich ausge­statteten Sakristeien.

Mit einem ausgiebigen Nachtessen in einem einheimischen Restaurant und der Heimfahrt endeten zwei unvergessliche Tage.

Josef Zweifel

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