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Heino beehrte Schlieren

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Schrill, schräg und tiefgründig ist das aktuelle Programm von Heinz Georg. Als Heino, der Weltstar mit dem blauen Enzian, gastierte er inkognito in Schlieren, wo er mit seinem Orchester sein aktuelles Programm aufführte.

Einmal sich selber sein, einmal sich nicht ums Image kümmern müssen. Einmal
über die Stränge schlagen – das ist wohl der Wunsch eines jeden Superstars. Heinz Georg, alias Heino, hat sich dafür das Kellertheater in Schlieren ausgesucht. Gut, dass nur seine Mutter und eine Handvoll Freunde wissen, dass Heinz Georg vor
über 40 Jahren in Schlieren gelebt hat. Die Zuschauer bat Peter Friedli, so Georgs bürgerlicher Name, übrigens zur absoluten Verschwiegenheit, denn seine Ehefrau Hannelore und Möchtegern-Produzent Ralph dürfen niemals von diesem Auftritt erfahren.

In Bad Münstereifel, wo Heino früher ein Café betrieben hat, habe ich für das
Stück recherchiert.»
PETER FRIEDLI ALIAS HEINZ GEORG

UNTER DEM PATRONAT der Kulturkommission Schlieren lud der Blondschopf
zu einer schrillen, schrägen Parodie des deutschen Enzian-Sängers ein, der aktuell mit seinem Album «Mit freundlichen Grüssen» wieder in den deutschen Charts vertreten ist. Heinz Georg will der Welt zeigen, was wirklich in ihm und in Heino
steckt. Für eine Stunde löst sich der Volksmusik-Star aus seiner Biederkeit und haut gewaltig auf die Pauke. Doch Bassistin Rafaela, die er durch die Regionale
Arbeitsvermittlung (RAV) vorgeschlagen bekam, wie auch Mauerblümchen
Suzie und nicht zuletzt die aus Russland stammende Babuschka, die eigentlich nur als Dekoration gedacht war, stehlen Heinz Georg immer wieder die Show. «ICH WERDE GEPIESACKT, wo es nur geht, doch keiner bleibt dem anderen etwas schuldig», schmunzelt Heinz Georg. «Es hat sich viel getan in Schlieren, die Veränderungen sind deutlich sichtbar», sagt Peter Friedli nach seinem Auftritt
im Primarschulhaus Grabenstrasse. An die Zeiten in der Jungwacht würde er sich noch sehr gut erinnern, meinte er. Doch der Drang zur Bühne zog in im Alter von 23 Jahren nach Zürich. Sein «Quasi-Heimspiel» konnte er dennoch geniessen, sassen doch im Publikum einige Weggefährten aus früherer Zeit. «Wir haben sogar einmal ein Kabaret geschrieben und aufgeführt», erinnert sich Besucher Daniel Binz nach dem Auftritt. Wer ein Fitnesstraining scheut, dem sei «Heinz Georg & Das Orchester» zu empfehlen. Denn die lustigen, ekelhaft fröhlichen Figuren zwingen jeden Zuschauer zu einem Dauergrinsen. Heinz Georg, der von der kleinsten Big Band der Welt begleitet wird, offeriert den Lachmuskeln ein schrilles, aber zugleich tiefgründiges Programm. «In Bad Münstereifel, wo Heino früher ein Café betrieben hat, habe ich für das Stück recherchiert. Mit dem Heino-Musical ohne Musik, welches ich dort kennen lernte, planen wir in naher Zukunft gemeinsame Auftritte», verriet Peter Friedli weiter. Und wer weiss, vielleicht
kommt der grosse Meister persönlich zur Premiere? Es würde Heinz Georg
Kramm, dem «richtigen» Heino mit Sicherheit gefallen.

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