Oetwil an der Limmat

Heimetchor Limmiggruess auf Reise in «Corona-Zeiten»

megaphoneLeserbeitrag aus Oetwil an der LimmatOetwil an der Limmat

Heimetchor Limmiggruess auf Reise in «Corona-Zeiten »

Vergangenen Samstag, 29. August 2020 fuhren 18 Mitglieder des Chors aus Oetwil und Geroldswil mit Masken vom Limmattal nach Rapperswil, aber nicht weil dort Fasnacht war sondern wegen der Sicherheit im ö.V.  Eine ganz besondere Situation brachte es mit sich, dass wir nicht -wie meist- zwei Tage irgendwo in die Berge reisten.

Rapperswil empfing uns mit Nieselregen, obwohl der Wetterbericht vom Vorabend für diese Region noch =bedeckt aber trocken= lautete. Schweren Herzens verzichteten wir auf die Wanderung über den Seedamm nach Pfäffikon SZ und das Taxiboot für die kurze Ueberfahrt zur Insel Ufenau wurde abbestellt.

Im Café «Rosenstädter» nahe beim Hafen fanden wir  Unterschlupf in einem kleinen Sääli, in dem wir uns mit Kaffee, Gipfeli und weiteren Köstlichkeiten bedienen liessen. Das Personal auch wieder in Maske, aber wir hatten nur eine Tracing-Liste auszufüllen. Hier bot sich dem Reiseleiter auch die Möglichkeit, einiges über die Geschichte des Städtchens Rapperswil und den 2001 wieder neu erstellten Holzsteg nach Hurden zu erzählen. Dieser neue Holzsteg wurde weitgehend mit Spenden- und Sponsorengeldern erstellt.

Ein ähnlicher, aber breiterer Holzsteg, der auch als Karrenweg und für den Viehtrieb bestimmt war, wurde schon 1358 von den Habsburgern eröffnet und diente vorwiegend den Pilgern, die vom Bodensee nach Einsiedeln zogen und hier einen Wegzoll zu entrichten hatten. Der alte Steg wurde letztmals 1847 erneuert und ab 1878 durch einen Damm mit Strasse und einen Bahn-Schienenstrang ersetzt.

Inzwischen hatte der Regen etwas nachgelassen und acht «Zächi Sieche» entschlossen sich, diesen Holzsteg doch noch zu erwandern. Hier folgt ein Auszug des Wanderberichtes von Hanni Spahn:

 «Unser Plan war, auf dem Holzsteg bis Hurden zu wandern und dort den Zug zurück nach Rapperswil zu nehmen. Während der Begehung des Stegs hat es fast nicht mehr geregnet. In Hurden stellten wir fest, dass wir genügend Zeit hatten, um wieder nach Rapperswil zurück zu wandern. Diese Variante wurde von Allen begrüsst und so konnten wir die Umgebung auch von der andern Seite betrachten. Zurück im Städtchen stiegen wir noch auf den Schlosshügel und konnten die Aussicht auf Stadt und See geniessen. Der Abstieg führte an den prächtig blühenden Rosenparks vorbei zum Schiffssteg, wo wir wieder zur anderen Chörligruppe stiessen.»

 Die Gemütlicheren  liessen sich vom Reiseleiter zwei der insgesamt vier Rosenparks zeigen, die nahe beim Hafen hinter dem Kapuzinerkloster gelegen und mit über 500 Rosensorten bestückt sind. Wunderschöne Rosenblüten, mit Regentropfen verziert, wirkten zum Teil wie Brokatstoffe.

Zusammen mit den aufgestellten Wanderern gelangten wir alle kurz nach Mittag mit dem Kursschiff zur nahen Insel Ufenau, die mit allen Gebäuden, auch dem Restaurant «Zwei Raben», dem Kloster Einsiedeln gehört. Nebst dem kürzlich renovierten Gasthaus gibt’s da noch zwei Kapellen, kleine Rebberge und viel Weideland, das nebst Vieh auch von vielen Wasservögeln besiedelt wird. Die Kunst hat auch Einzug gehalten auf der Insel: Eisenplastiken und Holzfiguren zieren die schmalen Wege.

Nach einem kurzen Spaziergang erreichten Alle das Gastlokal, wo wir in einem reservierten Sääli bestens bedient wurden mit den legendären Fisch-Chnusperli aus dem Zürichsee, einem knackigen gemischten Salat voraus und feinen Desserts, dazu prima Weine aus der Gegend, wie den Federweissen von der Insel selbst, gekeltert durch das Weinhaus Kümin in der Leutschen, Gde. Freienbach SZ. 

Gut gelaunt erreichten wir nach kurzem Wegstück den Schiffssteg und mit der MS Helvetia kreuzten wir auf dem Zürichsee der Stadt entgegen, den Bürkliplatz in knapp zwei Stunden erreichend.  Via Quaibrücke-Bellevue zum Bahnhof Stadelhofen und pünktlich um 18.00 Uhr erreichten wir Dietikon, zwar in Masken aber innen und aussen gut angefeuchtet.

Geroldswil, 31. August 2020

Albert Räss

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