Mittlerweile ist der Fondue-Plausch des Gewerbevereins Schlieren in der Trubler-Hütte Anfangs Januar nicht mehr wegzudenken. Was vor Jahren klein angefangen hatte, entwickelte sich in der Zwischenzeit zu einem grossen Happening.

Marco Mordasini

Ein Käsefondue gehört – gerade in den Wintermonaten, nach wie vor zu den beliebtesten Mahlzeiten von Herrn und Frau Schweizer. Typisch F.I.G.U.G.E.G.L (Fondue isch guet und git e gueti Luune) – eben. Das Aufspiessen von Brotstücken auf die spitzigen Gabeln und damit gekonnt in der leicht köchelnden Käsesuppe zu rühren, ist hingegen nicht immer ganz einfach. Vor allem dann, wenn mehrere Personen gleichzeitig ihre Brotstücke in flüssigem Käse tränken wollen. Eine Gaudi sei es dennoch allemal, meinte einer der Teilnehmer. Wer aber beim Umrühren sein Brot im Fondue verlor, war vom einen oder anderen Spruch seiner Mitstreiter nicht gefeit.

Ungezwungen geniessen

Traditionell trafen sich wie schon seit mehreren Jahren die Mitglieder des Gewerbevereins Schlieren in der Trubler-Hütte am Waldrand von Schlieren zu diesem Käsespektakel. Locker und in ungezwungener Atmosphäre einen gemütlichen Abend verbringen, sei dabei das Wichtigste, meinte Vorstandsmitglied Peter Bjarsch. „Für einmal nicht immer über geschäftliche Themen diskutieren, sondern Mensch bleiben und die schönen Seiten des Lebens in den Mittelpunkt rücken“, so Bjarsch weiter. Am Anfang folgten nur etwa 30 Personen dieser Einladung. Dieses Jahr jedoch platzte die Waldhütte mit fast 90 Personen beinahe aus ihren Nähten. Zwei grosse messingfarbene Bottiche standen in der Mitte des Raums und schon im Treppenaufstieg konnte man sich dem Geschmack von geschmolzenem Käse in der Nase nicht mehr erwehren. Und dass es allen so exzellent mundete, dafür war Störkoch Thomas Merz verantwortlich. Der Aargauer bereitete nicht weniger als 24 Kilogramm Fondue vor. Nebst 12 Flaschen Weisswein, mussten auch noch 500 Gramm Knoblauch geschält und über dreissig Brote in mundgerechte Stücke aufgeschnitten werden. „Die Zusammensetzung der Käsemischung bleibt mein Geheimnis“, sagte Merz. Doch wenn man mit Liebe koche, scheide der Käse bei einem Fondue nie, schmunzelte Thomas Merz vielsagend.

Tücken mit der Technik

Nicht wie üblich an einem Tisch sitzend, sondern im Stehen wurde der Fondue-Plausch für den einen oder anderen Teilnehmer sprichwörtlich zum „Spiessrutenlauf“. Denn die freien Plätze um die beiden Töpfe waren heiss begehrt. Damit man die Brotstücke auch in der Käsesuppe tunken konnte, waren Gabeln mit langen Griffen nötig, die manchen „Gwerbler“ vor eine besondere Herausforderung stellte. „Das Aufspiessen des Brotes war das eine, das Umrühren das andere. Aber man musste auf beide Seiten höllisch aufpassen, wenn man das käseüberzogene Brotstück dann auch noch gefahrlos essen wollte“, meinte einer der Teilnehmer grinsend. Spass hat der Fondue-Plausch allen Teilnehmern gemacht. Kein Wunder also waren beide Töpfe im Nu leergefegt. Sogar über die übrig gebliebenen Knoblauchzehen entbrannte am Ende ein wahrer „Spiessrutenlauf“.