Die Sportanlage Hätschen gehört seit dem 1. Januar 2014 der Stadt Dietikon. Sie wurde auf dieses Datum hin vom STV Dietikon mit einem Abtretungsvertrag und einer Nutzungsvereinbarung an die Stadt übergeben.

Am 26. Mai lud der Stadtrat nun den Vorstand des STV, die Verhandlungsdelegation, die den Vertrag mit der Stadt aushandelte, die Mitglieder der neu geschaffenen, paritätischen Platzkommission und die von der Stadt gewählte neue Hauswartin zu einem Übergabeapéro ein. Damit dieser Apéro mit dem in Corporé anwesenden Stadtrat in einem würdigen Rahmen stattfinden konnte, hatten Maler im Auftrag der Stadt in den letzten Tagen das Turnerhaus und den grossen Geräteschopf von den von Vandalen angebrachten Schmierereien befreit. Und auch der im letzten Herbst frisch angesäte Rasen präsentierte sich frisch geschnitten in einem leuchtenden Grün.

Stadtpräsident Otto Müller dankte in seiner kurzen Ansprache den Vertretern des STV für die stets angenehme Zusammenarbeit bei den Vertragsverhandlungen und die jahrzehntelange Pflege der Anlage. Er sei stolz auf das Ergebnis, es sei für beide Seiten eine Win-win-Situation. Die Stadt sei nun im Besitz einer modernen, wettkampftauglichen Leichtathletikanlage, notabene der einzigen im zürcherischen Limmattal und der STV habe einen Fonds für die Jugendaktivitäten des Vereins öffnen können und könne die Anlage für seine turnerischen Aktivitäten während vielen Jahren weiterhin kostenlos benützen.

Für den STV Dietikon geht mit dieser Abtretung eine mehr als 80 Jahre dauernde Geschichte zu Ende. In den Jahren 1929-31 kaufte der Verein rund 8‘000 m2 Land in der Hätschen, um einen eigenen Sportplatz bauen zu können. Doch das reichte nicht aus, um auch den Wunsch nach einer 400 m Rundbahn verwirklichen zu können. So erwarb man z.T. mit Hilfe des SLS Bern 1951-53 weitere rund 10‘000 m2. In vielen tausend Frondienststunden entstand in mehreren Etappen eine 4-spurige 400 m-Bahn mit dem damals üblichen Rotgrandbelag. Trotz dauernder Pflege nagte der Zahn der Zeit an der Anlage und Mitte der 80er Jahre wurden die Verhältnisse so schlimm, dass der STV in Verhandlungen mit der Stadt für eine Totalsanierung eintrat. Der damalige Stadtpräsident Hans Frei hatte ein offenes Ohr für das Anliegen und wünschte sich gar eine Erweiterung auf 6 Laufbahnen. Nach einer langen Projektphase und der Genehmigung durch das Parlament und die Stimmbürger konnte die jetzt bestehende Anlage dann realisiert werden. Auch hier leistete der STV wieder mehrere tausend Frondiensttunden.

Nachdem 3 Lausbuben 1978 den auch als Garderobe dienenden Geräteschopf abgefackelt hatten, entschloss sich der Verein trotz knappen Finanzen ein Turnerhaus mit Garderoben und einem vermietbaren Aufenthaltsraum zu bauen. Um die Kosten tief zu halten, waren auch bei diesem Vorhaben während fast einem Jahr jeden Samstag eine grosse Anzahl von Freiwilligen am „Chrampfen“.

Doch diese treuen Helfer sind inzwischen alle schon längst im Pensionsalter oder leider schon gestorben. Sie sind vielfach nicht mehr in der Lage, weiterhin die teils körperlich anstrengende Fronarbeit zu leisten, um die Anlage im Schuss zu halten. Deshalb hat man sich z.T. mit einem weinenden Auge zu dieser Abtretung an die Stadt entschlossen.

Hans Baumgartner