Grenchen

Der Vogel- und Naturschutz wirft ein etwas anderes Ohr auf die Vogelstimmen

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Das Rotkehlchen singt jahraus jahrein

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„Es tönen die Lieder, der Frühling kommt wieder…“ Wer kennt sie nicht, diese alte Volksweise? Horcht man genau hin, kann man den Gesang eines Buchfinken heraushören. War das die Absicht des Komponisten oder hat er die Noten rein zufällig gewählt? „Ersteres ist naheliegend, lässt er doch in der zweiten Strophe das Buchfinklein hüpfen“, erzählte Christian Marti dem Publikum im Lindenhaus. Die rund 30 Mitgliedern vom Vogel- und Naturschutz Grenchen lauschten gebannt seinem Vortrag mit dem Titel „Vogelstimmen und Musik“. Der Biologe und Hobbymusiker hatte ein Arsenal an Instrumenten dabei. Mit Bratsche, Klarinette und Blockflöte trug er kurze Passagen aus Werken bekannter Komponisten vor. Denn auch namhafte Künstler horchten den Vogelgesängen und nahmen sie in ihre Werke auf. So etwa Vivaldi oder Mozart. Und war es nicht die Stimme des Ortolans, die zum gewaltigen Auftakt in Beethovens Fünfter inspiriert hat? „Ta Ta Ta Taaaa“. Beethoven habe wohl den letzten etwas leiseren Ton des Vogelgesangs nicht gehört, vermutete Marti schmunzelnd. Auch der Kuckucksruf taucht in vielen Liedern auf. Mal als kleine, mal als grosse Terz, mal als Quarte, genauso wie er in der Natur vorkommt. Begleitet von Marti an der Gitarre sang das Publikum das hierzulande wohl bekannteste Kuckuckslied in Deutsch, Französisch und Italienisch.

Neben der Beziehung der Vogelstimmen zur Musik erfuhren die Anwesenden viel Interessantes über die Vogelgesänge. Zum Beispiel über die Dialekte der Vögel, wann und warum sie singen, oder dass die Vögel ihre Lieder lernen müssen. Und die Zuhörer und Zuhörerinnen staunten, wie Christian Marti Vogelstimmen täuschend echt imitierte.

Marlene Sedlacek

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