Mit zwei vollen Dittlibussen starteten wir am Samstagmorgen um 7.30 Uhr in Geroldswil Richtung Luzern – Brünig. Der Himmel war bedeckt, hatte es doch nach längerer Zeit wieder einmal geregnet. Kaum hatten wir den Brünig erreicht, lichteten sich die Wolken und blaue Löcher waren zu entdecken. Im Ballenberg angekommen, begrüssten uns die ersten Sonnenstrahlen. Auf der Terrasse des „Hühnerstalls“ genossen wir feine Berner Buttergipfeli,  die uns Hanni spendete und erwarteten Eva und Hans, die mit dem Zug angereist kamen.

Um 10 Uhr wurden wir von zwei Pferdefuhrwerken abgeholt. Während einer Stunde rollten wir über die Kieswege des Ballenbergs vom Eingang Ost zum Eingang West. Bei der Schmiede machten wir einen ersten Halt und besuchten die Töpferei, sowie das langgezogene Gebäude der Seilerei aus Unterägeri. Mit den Zweispännern ging`s dann weiter vorbei an Knies Zirkuswagen und dem Gasthaus Degen, während wir vom Kutscher Ivo und der Hündin Kira bestens unterhalten wurden. Bei den Häusern des Kantons Zürich stiegen wir nochmals aus den Wagen, bestaunten die Säge aus Rafz, das Bauernhaus aus Wila mit Schweinestall und ein Weinbauernhaus aus Richterswil. Für einen adäquaten  Haarschnitt passend zu den Bewohnern von Wila reichte es leider nicht, so musste Hans sich wiederum mit Pferdeschwanz zu den Pferden gesellen. Die letzte Wagenstrecke führte uns durch den Wald vorbei am malerischen Seelein in Richtung „Alter Bären“. Die Steigungen wurden im Trab überwunden, während Kira die Ohren und den Rücken steif hielt.

Um 11.30 Uhr wurden wir beim Ofenhaus abgeladen, wo wir Bänke im Schatten vorfanden. Wir machten es uns bequem und genossen das selbstmitgebrachte Picknick. Nach dem Mittagessen blieb uns Zeit, um auf eigene Faust weitere Entdeckungen zu tätigen.

Da an diesem Samstag ausnahmsweise Waschtag war, zog es einige zum Bauernhaus Eggiwil. In grossen Holzzubern wurde Buchenasche, ein dickes Tuch, in dem die Wäsche eingepackt war und gekochtes Wasser eingefüllt. Mit riesigen Holzkellen wurde die Wäsche von mehreren Leuten „gestünggelt“. Fünf Mal wurde die Prozedur wiederholt. In einem andern Zuber wurden dann die Kleidungsstücke in kaltem Wasser gespült und gestampft, bis sie dann an die Wäscheleine kamen. Auch die verschiedenen Eisen zur Wäscheveredelung wurden vorgeführt. Für alle Vorgänge war Feuer notwendig, also waren die Holzofen voll im Gange.                                                                                       

In einem Waadtländer Bauernhaus fabrizierten wir Butter aus Vollrahm. Nach fünf Minuten Schütteln durften wir die feine Butter mit Darvidas geniessen. Welch ein Schmaus!

Da es noch so viel Interessantes zu erkunden gab und auch die blühenden Gärten bewundert werden mussten, war es plötzlich Zeit die Geschichte zu verlassen und sich wieder in der Gegenwart einzufinden. Um 16 Uhr war nämlich der Treffpunkt beim Ausgang West. Die Meisten waren schon vor Ort, da sie sich im „Reitstall“ nieder gelassen hatten und dort mit Apfelküchlein verwöhnt wurden.

Mit den Bussen führte uns Hanni und Dani nach Brienz, wo wir die Nacht im „Weissen Kreuz“ verbrachten.

Nach dem Zimmerbezug war für einige ein Seebad angesagt. Hanni, Eva, Hans, Erwin und Barbara erfrischten sich im türkisblauen Wasser des Brienzersees. Andere streckten sich auf ihren Hotelbetten aus oder genossen die Bergkulisse.

Um 18.30 Uhr stiessen alle auf der Hotelterrasse auf den tollen Tag an. Hanni hatte alles wunderbar organisiert.

Um 19 Uhr setzten wir uns an die schön gedeckten Tische und genossen einen wohlverdienten Znacht mit Knöpfli und Steaks. Eine feine Karamelcreme machte den Abschluss. Man liess den Abend ausklingen und freute sich aufs weiche Kissen für „en guete, tüüüfe Schlaf“.

Sonntag um 8 Uhr war das Frühstück bereit. An der Kaffeemaschine war ein intensiver Andrang, so dass man einige Zeit auf ein Weckgetränk verzichten musste. Schlussendlich gab`s dann auch für die Letzten noch einen Kaffee.

Um 9.45 ging die Fahrt weiter nach Interlaken, wo 12 der 21 Reisenden aufs Schiff wechselten. Während einer zweistündigen Schifffahrt gönnte man sich einen feinen Apéro und etwas Kleines zum Essen. Beim gemütlichen Plaudern verging die Zeit schnell. Auf der Terrasse des Thuner Bahnhofbuffets wurde die Gruppe „Foxtrail“ erwartet.

In zwei Gruppen wurde die Verfolgung des Thuner Fuchses aufgenommen. Die Männergruppe war besonders gefordert, da sie nicht nur dem Fuchs, sondern auch noch vier Wildkatzen, Hanni, Brigitta, Yvonne und Barbara nachstellen mussten. Die Spur führte die Verfolger auf und ab. Unbekannte Thuner Stadtteile wurden durchstreift. Die Gruppe „Wildkatzen“ wurde von den Verfolgern Albert, Paul, Erwin und Dani plötzlich bedrängt. Beim Schloss kam es dann zum Zusammenstoss. Die Wildkatzen konnten jedoch schnellstens davon schleichen und wiederum Distanz gewinnen. Schlussendlich konnten beide Gruppen ihr Schlussfoto knipsen. Mit müden Beinen und einem kühlenden Glacebecher erreichten die zwei Gruppen die Schiffreisenden am Bahnhof Thun. Diese hatten eine Wette abgeschlossen, ob die Frauen oder Männer gewinnen. Da beide Gruppen das Ziel in etwa der gleichen Zeit erreichten hatten, musste man sich auf ein Unentschieden einigen. So  gab es leider keinen Wettgewinn. - Dani und Paul führten dann die müde Fracht heil nach Hause!

Hanni Spahn sei für die Organisation der abwechslungsreichen Reise herzlich gedankt!

Barbara Hugi