Urdorf

Der Frauenverein Urdorf besucht Wald.

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An einem grauen Septembernachmittag fuhren unserer 38 Frauen vom gemeinnützigen Frauenverein Urdorf mit der S15 ins Zürcheroberland. In einer kleinen Backstube an der Tösstalstrasse 5 in Wald stellen Esther und Heinrich Honegger Honigtirggel her, diese alte Zürcherspezialität, die jeweils der Samichlaus bringt. Es heisst ja in einem Samichlausversli: "Im Sack da hets vill Nusse, au Tirggel, Zimmetstärn". Beim ehemaligen Besitzer der Bäckerei lernte Herr Honegger Confiseur und Konditor. Nach einigen Wander- und Gesellenjahren entschlossen sich Honeggers, das Haus samt Geschäft zu erwerben. 2009 wurde die Herstellung von Confiseriewaren eingestellt und Honeggers widmen sich nur noch der Tirggelbäckerei. Am Montag nach dem Bettag geht es los, da wird fast im Achtzehnstundentag gearbeitet. Diese hektische Zeit dauert bis Weihnachten. Viele Firmen wollen ihren Kunden etwas zum Neujahr schenken. So lassen sie bei Honeggers Honigtirggel machen mit ihrem Firmenlogo darauf. Dieses Logo schnitzt ein Holzschnitzer, sodass ein Model entsteht. Das ist eine aufwändige Arbeit, doch wird daraus ein exklusives Neujahrspräsent. Auch als Einladung zu einer Hochzeit ist so eine Leckerei äusserst beliebt. Da prangt dann das Konterfei des Brautpaares auf dem Tirggel und auch da schnitzt der Holzschnitzer für die Tirggelbäckerei wieder das passende Model. Dass das nicht billig ist, liegt auf der Hand, steckt doch eine immense Arbeit dahinter. Wenn ich alles erzählen wollte was wir an diesem Nachmittag erfahren haben, würde dieser Bericht etwa fünf Seiten lang. Nur so viel. Tirggel gibt es schon sehr lange. Vermutlich brachten Händler sie aus dem Orient zu uns. Noch heute wird dort sehr viel Honig verwendet. In meinem Heimatdorf Schlaathe SH sagt man den Weihnachtsguetsli noch heute "Türggeli" und ich könnte mir vorstellen, dass Tirggel und "Türggeli" eine gemeinsame Herkunft haben. In Zürich wurden Tirggel erstmals 1410 schriftlich erwähnt und Honeggers besitzen Model aus dem 17. Jahrhundert. Die alten Model zeigen vor allem religiöse Motive. Adam und Eva im Paradies, die Arche Noah oder Christi Geburt. Zum Schluss noch das Rezept: Mehl, Wasser, Zucker und warmer flüssiger Honig. Gutes Gelingen! Zum Abschied erhielt jede Teilnehmerin noch ein hübsches Geschenksäckli mit süssem Inhalt und interessanten Infos. Wir danken Heidi Spreng für die gute Organisation dieser Exkursion, sowie Margrit Gysel für ihre Mithilfe.

Annemarie Gruber

Gemeinnütziger Frauenverein Urdorf.

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