Muri (AG)

Das Kloster Muri. In einer lebhaften Führung erfahren.

megaphoneLeserbeitrag aus Muri (AG)Muri (AG)

Unter der Führung von Martin Egli

Wie oft fährt man in Muri / AG am Kloster vorbei. Nimmt mit Freude wahr, dass dieses renoviert und im neuen Glanz erstrahlt.

Wie oft hat man sich vorgenommen, mehr zum Kloster erfahren zu wollen aber, nie die Zeit dazu gefunden.

 Ein Besuch, mit einer abwechslungsreichen Führung, welche in 1 1/2 Stunden durch die Räume des Klosters Muri führt und einen Einblick in die Zeit des Klosters Muri von der Gründung, 1027 bis ins Heute gewährt, lohnt sich immer.

Der Rundgang, der bei grösserem Besucherandrang in kleinere Gruppe aufgeteilt wird, beginnt entweder in der Kirche, dem Kreuzgang oder in der Krypta.

 In der Krypta, aus dem altgriechischen der verborgene Gang, Gewölbe, Gruft oder auch als Unterkirche bezeichnet, erfährt der Besucher wie mit dem Kloster Muri alles begann. Dass das Kloster eine ehemalige Benediktinerabtei- und das Hauskloster der Habsburger war.

Gegründet wurde das Kloster 1027 durch Ita von Lothringen und ihren Ehemann, den habsburger Graf Radbot. Durch die Beziehungen zum Kloster Einsiedeln wurden 5 Jahre später die ersten Mönche nach Muri entsandt, mit dem Auftrag eine Abtei auf zu bauen.

Die Bilder und der Altar in der Maria Kapelle erzählen vom Sterben- und der Aufnahme Marias in den Himmel. Dieses Fest wurde im 5. Jahrhundert von Bischof Kyrill von Alexandrien eingeführt und wird heute von mehreren Konfessionen gefeiert.

Der Altar welcher aus Holz gefertigt, ist «marmoriert».  So entsteht der Eindruck eines aus Marmor produziertem Altar.

Das Chorgestühl, das in einer aufwändigen Holzarbeit hergestellt wurde, befindet sich im Zentrum der Klosterkirche und wird zu Gebet und Gesang verwendet. Das Chorgebet muss 7-mal am Tag erfolgen- und so müssen auch 7-mal am Tag alle Arbeiten und Tätigkeiten niedergelegt werden.

Weiter führt der Weg durch die Benediktskapelle in den Kapitel-Saal.

In diesem wurde festgelegt wie die Arbeiten, die Aufgaben, die Ämter und die Geschäfte des Klosters geführt werden mussten.

Dazu wurde 1 Kapitel aus der Regel Benedikts vorgelesen. In der Regel 3 wurde festgelegt, dass nicht nur die alten- ebenso auch die jungen Mönche in die Geschäfte mit einbezogen werden mussten.

Der Kreuzgang, für die Verwendung des Kreuzganges sind zwei unterschiedliche Varianten vorhanden. Welche die richtige ist, ist nicht bekannt.

Variante eins ist, dass dieser für Prozessionen und Christliches tun verwendet wurde.

Variante zwei ist, dass in diesem gelebt, sich gekreuzt wurde auf dem Weg in die Räume des Klosters. So dürfte der Kreuzgang kein ruhiger, eher ein lebhafter Ort gewesen sein.

Am Ende des Kreuzganges befindet sich die Loretokapelle mit der Begräbnisstätte der Familie von Habsburg Hier sind die Herzen von Kaiser Karl, dem letzten Kaiser des Habsburger Reiches, und seiner Gattin Zita beigesetzt. Warum sich diese Gruft im Kloster Muri befindet erfährt der Besucher in einer lebendigen und mitfühlenden Schilderung.

Nach der Gruft wird der Abschluss der Führung, die Klosterkirche erreicht. Diese wurde in zwei Teile gebaut. Dem dunkeln und die hellen Bereiche.

Der Kirchenbesucher wurde/wird, nach dem Betreten der Kirche zuerst in den dunklen Bereich, die Beichtkirche, geführt. Dieser ist bewusst dunkel gehalten. Nach der Vorstellung, bevor die helle achteckige Kirche betreten wird, sollte der Gläubige seine dunkle Seite in der Beichte ablegen. Die in Klammer gesetzten Sätze würde ich weglassen.

Zusammenfassend erfährt der Besucher, dass das Kloster Muri nicht nur auf Muri begrenzt war. Dass das Kloster in der Bildung, der Ausbildung weit herum, bis in den Süddeutschenraum bekannt war.

Was das Kloster Muri mit dem Kappelerkrieg zu tun hatte. Ebenso erfährt man dass 1841 der Kanton Aargau alle Klöster im Aargau aufgehoben hat und die Mönche innerhalb von 48 Stunden das Kloster verlassen mussten. Den Besitz der Klöster eignete sich der Kanton an.

Und… wieso in Muri über 40`000 Kerzen am Altar des hl. Leonzius angezündet werden und was im Kloster die «Erbsenzählerei» für eine Bedeutung hatte.

All dies und noch viel mehr kann an der nächsten öffentlichen Führung im Koster Muri vom 03. November 2019 erfahren werden.

Urs Sigg / Martin Egli

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