Erlebnisferien „Chumm und mach mit" in Oberstdorf – 17. Bis 24. August 2014

Am Vortag war es noch regnerisch und trüb. Als jedoch die 41 „Chumm und mach mit“-Teilnehmer nach Oberstdorf aufbrachen, schien die Sonne wie selten in diesem Sommer. Die Hinreise zum Feriendomizil Wittelsbacherhof im Allgäu gestaltete sich dementsprechend heiter und angenehm. Beinahe überpünktlich begann die Reise in Urdorf Richtung Nordosten. Der Burtschner Reisebus wurde vom umsichtigen und erfahrenen Chauffeure via St. Gallen – Bregenz nach Sulzberg im Bregenzerwald geführt. In dem beschaulichen, erhöht gelegenen Dorf mit wunderschönem Weitblick kehrten wir im Restaurant Ochsen ein. Das flinke Service-Personal versorgte uns blitzschnell mit ein­heimischen Spezialitäten. Nach der kurzweiligen Weiterfahrt zum Ankunftsort wurden die Hotel­zimmer rasch bezogen. Um 18 Uhr informierte uns der Reiseleiter (wie übrigens während den gesam­ten Ferien) nach einem kurzen Rückblick des vergangenen Tages über das Programm am Folgetag. Nach einem schönen 5-Gang-Menu im Wittelsbacher - Stübli hatten nur wenige Muse, sich zum gemütlichen Schwatz oder Jass in der Launch zu treffen.

Da für Montag gutes Wetter prognostiziert wurde, fand das Frühturnen, welches in diesen Ferien auch noch am Mittwoch und Freitag angeboten wurde, bereits um 7.15 Uhr statt. Trotz der frühen Morgenstunde fanden sich zahlreiche bewegungsfreudige Urdorfer zur von Musik begleiteten halben Stunde Gymnastik ein. Andere bevorzugten es, sich im In- oder Outdoor-Pool des Hotels zu bewegen, oder begaben sich zum grosszügigen Frühstücksbuffet in den Speisesaal. Wegen des guten Wetters war das heutige Ziel das auf 2224 m gelegene Nebelhorn. Über zwei Sektionen, Seealpe und Höfatsblick, konnte man zum Gipfel gondeln. Für jeden war etwas dabei, sei es um den See zu wandern, eine kleine Rundwanderung auf dem Panoramaweg, etwas ausgiebiger bis zum Aussichts-punkt Zeigersattel, oder durch erklimmen der letzten Etappe zum Nebelhorn. Für das leibliche Wohl wurde in den umliegenden Berggasthäusern zur Genüge gesorgt. Der Abstieg von Seealpe durch das Faltenbachtobel war urchig, jedoch etwas am Limit. Nach dem Abendessen wurde die Launch zum angeregten Plaudern, Jassen oder weiteren Spielen genutzt.

Die Heini-Klopfer-Skiflugschanze stand am Dienstag auf dem Programm. Zu Fuss oder per Bus erreichten wir die nach Vikersund und Planica drittgrösste Schanze Europas. Harri Oli, FIN, hält seit Februar 2009 mit einer Flugweite von 225,5 m den Schanzenrekord auf dieser majestätisch anmu­tenden Schanze. Mit einem etwas antiken Zweier-Sessellift gelangte wir zum Schanzenturm. Hier konnte man den Turm vom sicheren Boden aus bewundern. Von der Aussichtsplattform jedoch, welche man mit dem Schrägaufzug innerhalb einer Minute erreichte, genoss man einen fantastischen Ausblick auf die Allgäuer Alpen und den idyllisch gelegen Freibergsee auf 950 m Höhe, welcher das Ziel fürs Mittagessen war. Am See angelangt, wurde die Gartenwirtschaft sogleich in Beschlag genommen. Eine der wenigen Tage an denen man sich im Freien gemütlich mit den feinen Allgäuer Spezialitäten verpflegen konnte. Nach einer kurzweiligen Wanderung zur Söllereckbahn-Talstation fuhren wir gemeinsam zum Wittelsbacherhof zurück. Da um 20 Uhr in der reformierten Kirche in Oberstdorf ein Trompeten- und Orgelkonzert stattfand, wurde das Abendessen etwas früher eingenommen, damit die Konzertbesucher rechtzeitig die schöne Musik geniessen konnten.

Als Schlechtwetterprogramm wurde am Mittwoch prognosegerecht die Breitachklamm ins Auge gefasst. Wir fuhren in zwei Gruppen aufgeteilt zum oberen respektive unteren Einstieg der Schlucht. Seit 1905 ist die Klamm durch einen Wanderweg erschlossen. Der untere Einstieg führte auf dem gut ausgebauten und gesicherten Weg in die eindrucksvolle Breitachklamm. Unweit des oberen Einganges führt der Zwingsteg auf schwin­delerregender Höhe über die Klamm. Den überwältigenden Blick in die bedrohliche Tiefe liess man sich nicht entgehen. Beim unteren Einstieg, wo sich auch das Informationszentrum mit sehenswer­ten Filmvorführungen befand, trafen sich die beiden Gruppen wieder und erzählten von ihren ein­drucksvollen „Schluchterlebnissen“: „Ähnlich wie die Aareschlucht oder Via Mala, nur viel grösser und einfach überwältigend“. Mit etwas Verspätung traf man sich am frühen Abend im Hotel zu einer Schnupperlektion Everdance oder vergnügte sich im Wellnessbereich des Hotels.

Der Donnerstag wurde etwas ruhiger angegangen. Bei sonnigem Wetter führte uns die Regionalbahn von Oberstdorf nach Immenstadt, wo die Zeit von den Teilnehmern zum gemütlichen Bummel durch die kleine Altstadt, Shoppen oder Höcklä in den Gartenwirtschaften rund um den Hauptplatz genutzt wurde. Um ein Uhr traf man sich wieder auf dem Marienplatz, um ge­meinsam im „Historant“ des ehemaligen Stadtschlosses (Ursprung 1604 – 1620) Kaffee und Kuchen zu geniessen. Auf der Rückreise nach Oberstdorf stieg ein Teil der Gruppe bereits in Fischen aus dem Zug, um die restlichen 6.5 km zu Fuss der Iller entlang nach Oberstdorf zu wandern.

Am Freitag führte der öffentliche Bus die Wandergruppe ins österreichische Kleinwalsertal. Mit der Kanzelwandbahn erreichte man den Gipfel auf 1957m. Der gegenüber liegende Gipfel des Fellhorns war auf gut begehbaren Wanderwegen erreichbar. Die weniger Wanderfreudigen fuhren direkt zur Fellhornbahn und trafen sich in der Bergstation zum Mittagessen mit der Wandergruppe.

Für Samstag wurde zum Abschluss eine kürzere Wanderung geplant und führte vom Heuberg bei Hirschegg zur Zafernaalp. Da die dortige Alphütte infolge geschlossener Gesellschaft nicht zu unserer Verfügung stand, wanderten wir nach Mittelberg hinunter, wo wir mit der Bahn auf's nebelver­hangene Walmendingerhorn fuhren. Das tat der Stimmung jedoch keinesfalls Abbruch und wir genossen ein letztes Mal eine währschafte Brotzeit. Wieder zurück im Hotel erwartete uns zum Abschied ein schöner Apéro. Dabei bestätigten die Gespräche, dass die Ferien gefallen haben, aber allzu rasch vorbei waren. Schön, dass für Juni 2015 erneut „Chumm und mach mit“-Ferien in Oberstdorf geplant sind.

Die Rückfahrt am Sonntag führte uns wieder über den Bregenzerwald nach Sulzberg, wo wir uns wiederum im bekannten Ochsen verpflegen konnten. Danach fuhren wir über Sargans nach Urdorf, wo alle gesund und munter ankamen und sich wieder auf die eigenen "Vier-Wände" freuten.

Ein spezieller Dank gebührt unseren Wanderleitern Richi und Hermi, unserer hilfreichen Seele im Hintergrund, Silvia, und Werner, der mit seinen kurzweiligen und tiefgründigen Geschichten den Abend auflockerte und damit den Tagesstress abbaute. Herzlichen Dank.

28.8.2014/Monika + René