Urdorf

Bruno Weibel trotz erschwerter Bedigungen erfolgreich in Monza

megaphoneLeserbeitrag aus UrdorfUrdorf

1. Platz in seiner Klasse und 4. Gesamtplatz der historischen Formel Junior

In der sprichwörtlich letzten Minute konnte der Urdorfer Bruno Weibel einen kurz vor dem Aufladen entdeckten Haarriss an der Ölpumpe seines Formel Junior Rennwagens reparieren, Fahrzeug und Familie „einladen“ und nach Monza fahren.

Spätabends angekommen legte er sich erschöpft ins Bett, um am kommenden Morgen ausgeschlafen zum Fahrerbriefing zu erscheinen. Dort anwesend war auch ein Freund und Kunde sowie Konkurrent von Weibel, der sich während des Briefings wunderte, weshalb er am Morgen früh seinem Vater noch nicht begegnet sei. Kurz darauf war klar, dass dieser in der Nacht verstorben war, friedlich eingeschlafen in seinem Wohnmobil. Noch am Vortag stand der Verstorbene in Weibel’s Garage, um den revidierten Rennwagen seines Sohnes abzuholen.

Plötzlich waren die Prioritäten verschoben und es galt erst mal dem Freund in dieser schweren Stunde beizustehen, das Qualifying war erst auf den späteren Nachmittag angesetzt. Aufgewühlt aber fokussiert wie immer fuhr Weibel eine solide Qualifikation und konnte sich damit den siebten Startplatz sichern.

Beide Rennen vom Samstag und Sonntag wurden vom Lokalmatador Pierre Tonetti dominiert und gewonnen. Bruno Weibel spielte beziehungsweise fuhr in einer anderen Liga, genauer gesagt in einer anderen Klasse, denn er hat mit seinem Auto gegenüber Tonettis „E1-Auto“ klare technische Nachteile: sein Lotus 20 verfügt nur über vier statt fünf Gänge und über Trommel- statt Scheibenbremsen. Auf der Highspeed-Strecke von Monza zwei grosse Nachteile. Im Rennen vom Sonntag gelang es Bruno Weibel, trotz grossflächig verbrühten Oberschenkeln auf den dritten Platz vorzupreschen und diesen für einige Runden zu verteidigen, bis er nach Rennmitte von seinem Verfolger, dem Schweizer Christian Traber mit seinem Lotus 22 , ebenfalls ein Kategorie „E1-Auto“, eingeholt und überholt wurde.

Somit blieb Weibel der undankbare vierte Platz. Trotzdem war er nicht enttäuscht, denn erstens konnte er seine Klasse mit grossem Vorsprung gewinnen, zweitens ist dies Weibels beste Gesamtplatzierung der laufenden Saison und drittens steht bereits zwei Rennen vor Saisonschluss fest, dass er seine Klasse gewonnen hat.

Aber Weibel wäre nicht erfolgreicher Rennfahrer, würde er nicht nach grösserem streben, nämlich dem Europameister-Titel 2017 in der historischen Formel Junior, wie er ihn im Jahr 2015 gewonnen und im Jahr 2016 knapp verpasst hat und Vize-Europameister geworden ist.

Die nächste Chance sein Bestes zu geben erhält Bruno Weibel Mitte August am Nürburgring. Bis dahin widmet er sich in seinem Betrieb in Birmensdorf dem Unterhalt von moderneren Lotus Sportwagen.

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