450 Zuschauer füllten am 20. September 2013 die neue reformierte Kirche Urdorf bis zum allerletzten Platz. Sie alle wollten sich das Konzert zum 20-Jahr-Jubiläum des heimischen Ad hoc-Chors nicht entgehen lassen, versprach doch das Programm mit siebzehn Liedern aus dem südamerikanischen und karibischen Raum äusserst attraktive und abwechslungsreiche Kost. Zudem war man gespannt auf den Einstand der neuen Dirigentin Géraldine Marmier, die den Chor vor zwei Jahren von Susanne Eggimann, der Leiterin der ersten Stunde, übernommen hatte. Und diese erste Stunde spielte sich vor gut zwanzig Jahren an gleicher Stätte ab und stiess ebenfalls auf riesiges Interesse: Zweihundert Urdorfer Schulkinder führten nämlich damals die „Südamerikanischen Weihnachten“ auf, unterstützt von einem Elternchor, der in der Folge bis zum heutigen Tag als Ad hoc-Chor Urdorf aktiv blieb.

Toller Einstand der neuen Dirigentin

Es sei hier vorweggenommen: Das Konzert wurde in jeder Beziehung zu einem vollen Erfolg, und das begeisterte Publikum verlangte am Schluss vehement eine Zugabe. Géraldine Marmier, die junge Dirigentin aus dem Elsass, die heute in Dietikon wohnt, hatte mit ihrer Liederwahl dramaturgisch ins Volle getroffen. Mal klangen die südamerikanischen Weisen fröhlich bis ausgelassen, dann aber auch wieder besinnlich oder gar melancholisch. Auffallend war dabei nicht nur die Dirigierkunst der Chorleiterin, sondern auch ihre emotionale Hingabe, mit der sie die 35 Sängerinnen und Sänger führte und das Letzte aus ihnen herauskitzelte. Schade, dass das Publikum die Person am Dirigierpult meist nur von hinten sieht! Géraldine Marmiers Mimik allein wäre schon den Besucht dieses Konzerts wert gewesen...

Auch ein Augenschmaus

Die Eröffnung des Konzerts verblüffte, denn nichts war da mit heissen Sambarhythmen. Ein Sänger führte nämlich den ganzen Chor kuhglockenschwingend in den Kirchenraum, wo er sich verteilte und Lorenz Maierhofers feierliche Hymne „Daheim“ sang. Kaum aber hatten die Protagonisten die Bühne betreten, sah man sich im Nu in die südamerikanische Musik eingetaucht. Dabei übernahm die Sängerin Rosmarie Blaser auch die Moderatorenrolle und vermittelte dem Publikum interessante Hintergrundinformationen zu den einzelnen Werken. Aber auch einen Augenschmaus hatte sich die Kreativabteilung des Chors ausgedacht: Zu jedem Lied versah sich eine neue Gruppe mit Accessoires des entsprechenden Landes wie etwa Tüchern in den Nationalfarben oder typischen Kopfbedeckungen, bis schliesslich der ganze Chor auch optisch südamerikanisch angehaucht war.

Über Länder wie Chile, Brasilien, Peru und Argentinien führte die musikalische Reise schliesslich auch in die Karibik, der wir die Ohrwürmer „Guantanamera“ und „Conquest of Paradise“ zu verdanken haben. Viel zum musikalischen Genuss trug übrigens auch eine dreiköpfige Begleitgruppe bei, welche den Gesang in einfühlsamer Weise durch Piano (Johannes Wolf), Bass (Peter Steinbach) und Perkussion (Konrad Wiemann) mit einem passenden Klangteppich unterlegte. Für ganz spezielle Highligts sorgten zudem Lona Salzmanns Klänge mit der Panflöte. Eindrücklich, wie die warmen Klänge ihres kleinen Instruments den Kirchenraum ausfüllten! (tbm)