Schlieren

Abschiedsfeier von Pfarrer Jürg Wildermuth vom 26. August 2018

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Abschied von Felix Häfelin, Schlieren.

Abschied von Felix Häfelin, Schlieren.

An diesem Sonntagmorgen strömten Gottesdienstbesucher aus allen Himmelsrichtungen in die grosse reformierte Kirche in Schlieren. Pfr. Jürg Wildermuth stand wie immer, wenn er Dienst hatte, im Talar vor dem Eingang, um die Besucher zu begrüssen. Einen Unterschied gab es diesmal jedoch: es war sein letzter Gottesdienst, zu dem er hier in Schlieren begrüsste.
Es folgten über 260 Gemeindeglieder und Gäste aus Nah und Fern der Einladung zu diesem Abschiedsgottesdienst. Der Männerchor, in welchem Jürg Wildermuth mitsang, bereicherte diesen Gottesdienst mit einigen eindrücklich vorgetragenen Liedern aus dem Volksliedgut. Genossen wurden auch die fröhlichen Orgelklänge unserer Organistin Helga Váradi zwischen den einzelnen Lithurgieabschnitten. Sichtlich bewegt hielt Pfarrer Wildermuth seine Abschiedspredigt. Er verglich in seiner Predigt den Flug der Kirche durch die Zeit mit dem Flug der Junkers JU 52. Der Strömungsabriss, der im August zum Absturz einer JU 52 führte, mahnt ihn zur Frage, was es braucht, damit die Kirche „in der Luft“ bleibt. Nicht Prestigeprojekte, sondern Familien mit ihren Kindern sind die Zukunft der Kirche.

Anschliessend sprach der nachrückende Dekan Pfarrer Christoph Frei. Er überbrachte Pfarrer Wildermuth zum Abschied neben grossem Dank für seine einfühlsame und umsichtige Amtsführung einen Feigenbaum und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass dieser bald Früchte trage. Diakon Urs Trüb erheiterte mit einer Anekdote und überbrachte den Dank aller Kirchenmitarbeitenden. Abschliessend gab Kirchgemeindepräsident Röbi Welti Einblick in das umfassende Wirkungsfeld des scheidenden Pfarrers und ehrte Arbeit, Einsatz und Erfolg mit anerkennenden Dankesworten im Namen der Kirchgemeinde. Zum fröhlichen Abschluss des Abschiedsfestes lud er alle zu einem Apéro riche in den Saal des Stürmeirhuus.

Der Andrang war gross, bald waren sämtliche Tische besetzt, und viele Gäste versammelten sich nun um die bereitgestellten Stehtische. Der Männerchor eröffnete das Programm. Es folgte die humorvolle Übergabe des Abschiedesgeschenkes der Kirchenpflege durch Kirchenpfleger Jean-Claude Perrin. Was war da wohl für einen 007-Fan wie Wildermuth treffender als ein „Piz Gloria Gutschein“, welcher ihm und seiner Frau Corina einen dreitägigen Aufenthalt in Mürren mit Abstecher aufs Schilthorn und ins Bond-Museum ermöglicht? Weitere Redner schlossen sich an, blickten zurück, erinnerten sich an wertvolle Begegnungen und schlossen mit guten Wünschen für den neuen Lebensabschnitt. So der katholische Pfarrkollege Kurt Vogt und Hubert Zenklusen, Präsident der kath. Kirchgemeinde Schlieren, Werner Jost von der Evangelischen Täufergemeinde Kirche Lachern sowie ein Dienstkollege aus dem Militär, wo Jürg Wildermuth als Feldprediger gedient hatte. Das eindrückliche Ende der Veranstaltung waren die Worte des Pfarrkollegen Walter Wickihalder mit der Erteilung des Abschiedsegens.

Ein Postauto der Marke Saurer aus dem Jahre 1950 und ein offener Militärgeländewagen Jg. 1952 für Personentransport standen bereit für alle die Lust hatten, Familie Wildermuth auf ihrer Reise an den neuen Wohnort Oberwinterthur zu begleiten. Nach gebührender Bewunderung der Fahrzeugveteranen bestiegen zahlreiche Unternehmungslustige die Fahrzeuge, und so startete schliesslich eine fröhlich winkende Gesellschaft bei bestem Reisewetter.

Damit endete ein eindrückliches Abschiedsfest mit grosser Resonanz. Aus unzähligen Äusserungen aus der Gästeschar ausgewählt sei hier dasjenige von Stadtrat Stefano Kunz zitiert: «All diese Dankesreden haben mir die Richtigkeit der altbekannten  Redewendung bestätigt, die Kirche solle im Dorfe bleiben. Jürg Wildermuth hat in diesen 20 Jahren sehr dafür gesorgt, dass die Kirche im besten Sinne des Wortes im Dorfe bleibt und auch die ihr zustehende Wichtigkeit im Dorf hat. Das ist etwas, was wir nie vergessen dürfen, und wir haben dafür zu sorgen, dass das auch so bleibt, denn ein Dorf ohne Kirche ist schlussendlich unvorstellbar. In diesem Sinne danke ich ihm als Vertreter der Stadtregierung Schlierens, und ich wünsche ihm auch persönlich alles Gute für die Zukunft». 
Diesen Worten schliessen sich viele an, die sehr bedauern, dass Pfarrer Jürg Wildermuth Schlieren verlässt. Wir wünschen ihm und seiner Familie für die neue Aufgabe in Oberwinterthur Gottes Segen und sagen, so wie er uns immer sagte: «B’hüet di Gott».

Für die Kirchenpflege: Ursula Räbsamen

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